Change the way you move

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Runter von der Straße, Radler! So war bisher die Devise fast überall. (Kiel, Dornbusch)

Seit Jahrzehnten leistet die Automobilindustrie mit einem gigantischen Werbeetat und einer gewaltigen Lobbyistenarmee ganze Arbeit – nicht nur Politiker bringen sich offenbar korrumpiert in Stellung, auch die nachgeordneten Vollzugsorgane der Exekutive wie z.B. die Polizei interessiert es offenar immer weniger, ob bspw. öffentliche Räume für Fußgängerinnen und Fußgänger oder Radfahrende illegal mit Blech zugeparkt werden. Das größte Übel aber ist, dass auch das zunehmend entsolidarisierte gemeine Volk bis heute vollkommen berauscht vom Hirngespinnst »der freien Fahrt für freie Bürger« ist. Zu guter letzt wird all dies protegiert durch Medien, die anstatt diesen ökologischen & ökonomischen Irrsinn kritisch zu hinterfragen lieber die üppigen Werbegelder der Automobilkonzerne für sich verbuchen – ein perfekter Kreislauf.

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Vier breite Spuren für den abgasproduzierenden Verkehr – 80 cm, unebener und überwucherter Weg für den umweltfreundlichen Verkehr. (Kiel, B76, Ausfahrt aus Elmschenhagen)

In den 1970er, 1980er bis in die 1990er Jahre wurde dem radfahrenden Pöbel, also Diejenigen, die sich offenbar kein Auto leisten können und mit ihren Drahteseln den richtigen, echten Verkehr auf der Straße nur behindern, entsprechend einer solchen akulturellen und asozialen Sichtweise entsprechender Platz neben den Fahrbahnen zugewiesen. Aber bitteschön auch hier nicht zu üppig – das könnte ja Parkraum kosten. Erst nach einer langen Dominanzphase der Automobile, wird seit den 2000er Jahren zunehmend anders gedacht – immer mehr Städte proben den Aufstand gegen die mächtige Lobby und stoßen die Autos von ihrem Tron in den Städten.

Solange aber, wie bereits Eingangs erwähnt, noch immer die breite Masse der Menschen im Auto ihr bequemes Heil und ihre heilige Kuh sehen (Krebsgeschwüre durch Abgase wuchern ja nun mal leider nicht sofort aus dem Kopf), bleibt es für vernunftbegabte Menschen ein schwerer Kampf gegen Windmühlen, das Offensichtliche offensichtlich zu machen, nämlich das verstopfte Straßen, ein von fahrenden und ruhenden Autos verschandeltes Stadtbild und hohe Schadstoffbelastung eben nicht nur »durch die anderen« entsteht. Und das heißt für jeden von uns, das eben wirklich jeder von uns fortfahren muss, zu fordern, zu kämpfen, zu wettern, zu pflügen, zu reden und sich abzumühen, bis wir dem »Change the way you move« zum Durchbruch verholfen haben.

Also bleibe am Ball und aktiv! Am 29. Juli ist übrigens die nächste Critical Mass in Kiel… Willkommen dabei!

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