Von außerordentlicher Qualität…

Yeah! Das war sie wirklich, diese Mass! 234 FahrerInnen fuhren die Mai-Mass in Kiel. Wir schafften es zwar nicht den Rekord vom letzten Jahr zu brechen, was aber Banane ist, denn diese Mass war schlicht und einfach allererste Sahne.

Wir hatten warme 20°C, die Sonne schien und die Stimmung war entsprechend. Und ganz klar – es ist immer wieder ein absolut besonderes Erlebnis – auch wenn Mensch schon lange dabei ist –, mit so vielen sympathischen Frauen und Männern, Jungs und Mädchen, die Straßen Kiels zu rocken. Begleitet wurden wir wie immer von Applaus und bestärkenden Zurufen von Seiten der Passanten.

Die Route war diesmal fast 30 km lang – dies ist schon anständig. Lag wohl am Wetter. Wollte irgendwie niemand so richtig aufhören. Auch gab es keine nennenswerten Vorkommnisse – weder mit anderen VerkehrsteilnehmerInnen und ebenso wenig mit den Cops. Es war eine ruhige, entspannt-fröhliche Sommerfahrt. Vermisst wurden von einigen nur ganz bestimmte Soundräder.

Die Flyer-Aktion lief gut. Eine ganze Menge FahrerInnen teilten kräftig aus. Wartende AutofahrerInnen und zu Fuß gehende wurden reichlich mit Flyern beglückt (und fanden so häufig sogleich eine Antwort auf all die Fragezeichen im Kopf, welche beim Anblick unserer hunderte Meter langen Kolonne in den Köpfen herum flogen). Fast 1000 Flyer wurden verteilt und so wie wir es sahen, wurden diese zumeist gut und dankbar von den Menschen entgegengenommen. Aber auch den VerteilerInnen machte das Verteilen sichtbaren Spaß. Besonders hervorheben sollten wir hier einfach mal die unermüdlichen Jungs von der Mountain-Bike-Fraktion, welche die Mass nicht nur mit ihren coolen Kunststücken und fleißigen corken bereichern, sondern auch radikal-konsequent die Flyer unter die PassantInnen brachten. Klasse!

Apropos Corken: Danke allen CorkerInnen für das Absichern des Verbandes! Danke allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern! Es war wieder total schön mit euch!

Die nächste Mass ist am 29. Juni. Leider nicht mehr innerhalb der Kieler Woche… 🙂 Bis demnächst dann! P.S. Wir freuen uns über Kommentare, Kritik und Anregungen!

Pssst… Heute ist Critical Mass!

Letztes Jahr im Mai waren 317 FahrerInnen am Start. Das war Rekord. Eine der schönsten Fahrten überhaupt. Lasst uns diesen Rekord brechen – das passende Wetter dazu gibts gratis: Über 20°C und Sonne satt in Kiel. Gute Laune, Soundräder, alte Räder, neue Räder, junge Fahrer, alte FahrerInnen oder umgekehrt – alles wird dabei sein. Flyer gibts gratis für alle, die sie an PassantInnen und AutofahrerInnen verteilen wollen. Seid dabei und – Weitersagen!! FreundInnen und Bekannte einladen!

Update von 9:38 Uhr:

An alle DauernörglerInnen hinterm Lenkrad und an reaktionäre PolizistInnen die uns gegenüber (und somit der Allgemeinheit) uncool sind – schaut euch das nachfolgende Video noch mal an! Sound schön laut drehen, zurücklehnen und genießen! DAS, was ihr da seht, ist echter Fortschritt!

Es gibt Flyer!

Keine Frage – wir sind beliebt bei den Menschen in der Stadt. Das zeigen uns die vielen freundlichen Reaktionen. Vom Winken bis zum Applaus ist alles dabei, wenn die Mass vorbeifährt. Nur einige wenige Autofahrende zieren sich (manchmal) noch ein bisschen. Oft, weil sie nicht verstehen, was sie gerade an diesem oder jenem Freitag Abend großartiges erleben. Dies soll sich ändern. Wir wollen, dass uns ALLE mögen! Daher bringe ich, Kay, zur nächsten Mass am 26. Mai 1000 Flyer (A6, siehe nachfolgende Bilder) mit. Wer will, darf sich bedienen und sie nach Lust und Laune beim Corken an (wartende) AutofahrerInnen oder PassantInnen verteilen. Damit sich zumindest die ersten Fragezeichen in Luft auflösen. Und weil doppelt bekanntlich besser hält, gibts im Juni dann noch mal 1000 Flyer. Ach so, ja, bitte weitersagen…!

Flyer Vorderseite
Flyer Rückseite

Und wieder eine geile Kieler Mass!

Die Kieler Critical Mass läuft rund – keine Frage: Kurz vor der Abfahrt wurden (mindestens) 110 Fahrerinnen und Fahrer gezählt, was für die für April recht kalte Witterung von nur 6° Celsius dann doch deutlich mehr waren, als vermutet. Das war wunderbar, Leute! Auch die Stimmung war wieder sehr ausgelassen und beschwingt. Leicht beschattet wurde die Tour allerdings durch einen Zwischenfall mit einem Autofahrer, der die Nerven verlor.

Der Zug war bunt, der Zug war froh gelaunt. Wo Mensch hinschaute, waren ausgelassene Gespräche und lachende Gesichter zu sehen, die coolsten Fahrräder und verrücktesten Fahrradkonstruktionen zu bewundern. Auch waren wieder tolle Soundräder dabei! Danke dafür! Kurz unterbrochen wurde diese bunte Karawane von einem Geschehnis in der Werftstraße, Ecke Karlstal, etwa 20 Minuten nach dem Beginn der Fahrt.

Verdammtes Testosteron

Dabei verlor ein Autofahrer die Nerven und versuchte außergewöhnlich aggressiv einem corkenden (Verbandsicherung) Mitfahrer sein Fahrrad zu entreißen. Der so angegriffene Radler wehrte sich nach zunehmender Eskalation schließlich mit einer Ladung Pfefferspray, was den Angriff des Autofahrers sofort beendete. Da der Vorfall direkt vor dem Polizeigebäude stattfand, waren augenblicklich mehrere Beamtinnen und Beamte vor Ort. Mindestens einer von ihnen hatte den Vorfall durchs Fenster beobachtet. Den anwesenden Polizistinnen und Polizisten möchten wir an dieser Stelle einen deeskalierenden und detachierten Umgang mit der Situation bestätigen. Gut gemacht!

Entwickelt hatte sich diese Situation übrigens aus den Verwirrungen aufgrund des Passierens eines Rettungswagens mit Sonderrechten. Beim erfolgreichen, schnellen Platzschaffen vermengten sich dann vier Kraftfahrzeuge mit unserem Radverband. Nach dem Passieren des RTW wollte dann allerdings ein Autofahrer nicht warten, bis der Verband weiter gefahren ist und wollte noch weiter in unseren Pulk hineinfahren. Dies wurde durch den den Verband sichernden Mitfahrer verhindert, der dann auch attackiert wurde.

Wir gehen davon aus, dass die Angelegenheit für den Autofahrer ein Nachspiel haben wird, denn körperliche Aggression mittels Faustrecht im Straßenverkehr ist ganz und gar kein Kavaliersdelikt und wird in der Regel mit Fahrverbot und empfindlichen Geldstrafen geahndet – und das zu Recht.

Gruppenverhalten in solchen Fällen

Wir haben noch während der Fahrt diskutiert, wie sich die Gruppe der Mitfahrenden vorzugsweise in solchen Fällen verhalten sollte. Soll der gesamte Zug (welcher ja ein Fahrzeug ist) anhalten oder nur die beteiligten und zur Hilfe geeilten Personen? Nach Abwägung aller Für und Wider sind wir überein gekommen, dass nur letztere Personen in der Situation bleiben und der Rest des Verbandes seine Fahrt fortsetzt, weil wir sonst einen einzigen Fahrbahnbereich zu lange blockieren würden (dies kann gern weiter diskutiert werden).

Das Mitfahrenden in solchen Ausnahmesituationen von anderen Mitfahrenden geholfen und beigestanden wird (in Notfällen auch körperlich), ist für alle selbstverständlich – niemand von uns wird jemals alleine da stehen, wenn einem Armleuchter hintem Lenkrad die Nerven durchgehen. We are here, and we are strong! Und zwar immer so viele von uns, wie es die Situation verlangt. Verlasst euch darauf!

Die Mass muss cool sein!

Aber es soll auch noch einmal thematisiert werden: Auch wir müssen weiterhin bemüht sein, deeskalierend und weise zu agieren! Wenn vereinzelt Menschen in ihren Blechkisten blöde handeln, müssen wir es ihnen nicht gleichtun. Fahrzeuge, die auf Abbiegespuren stehen, müssen beispielsweise nicht immer zur Sicherung des Zuges gecorkt werden und ganz allgemein sollten wir schauen, den Restverkehr nicht mehr, als für die Sicherheit des Zuges erforderlich, zu beschränken. Und sehr wichtig – wir müssen freundlich sein. Autofahrende verstehen sehr häufig gar nicht, was da gerade auf der Fahrbahn passiert und dass dieses zudem auch noch durch die StVO gedeckt und vollkommen legal ist. Sie sind oft vollkommen überfordert, auch weil viele immer noch meinen, die Fahrbahn gehöre nur Ihnen – ein Blick in die StVO (§2) würde da helfen, denn Fahrräder sind ebenfalls Fahrzeuge und müssen somit die Fahrbahn benutzen. Wie dem auch sei, wir sollten ihnen helfen, die Situation zu verstehen.

Fazit

Der Vorfall konnte die Gesamtstimmung nur kurz trüben. Alles in allem war diese Mass phantastisch! Wir alle freuen uns auf die nächste Fahrt und werden diese sicher auch wieder genau so genießen. Dann wohl endlich mal bei sommerlichen Temperaturen.

Reclaim the streets!

Update vom 30. April, 11:00 Uhr:

Auch auf Facebook wurde der Zwischenfall mit dem Agro-Typen in einem Beitrag beschrieben. Die auf FB veröffentlichte Position der Verfasser_in, Mitfahrer_innen als unerwünschte Personen zu segmentieren, weil diese zur Mass Pfefferspray mit sich führen (und es bei einer realen Bedrohung wie am letzten Freitag, bei der aktive Deeskalation versagte, natürlich auch einsetzt), teile ich (Kay) nicht.

Radfahrene bekommen es im alltäglichen Alltag immer wieder mit Hundeattacken oder anderen Anfeindungen zu tun. Insbesondere Fahrradfahrerinnen, welche sich bspw. nach der Mass (im Dunkeln) auf dem Nachhauseweg befinden und möglicherweise nicht über das körperliche Potential verfügen, sich gegen Übergriffe (welcher Art auch immer) mit reiner Körperkraft zu verteidigen, können sich mit Pfefferspray in der Tasche durchaus sicherer fühlen.

Ich selbst führe kein Pfefferspray mit mir, aber meiner Meinung nach sollte diese Entscheidung jedem selbst überlassen bleiben und auch Pfefferspraymitführende sollten auf der Mass willkommen sein. 

Hello Mastodon!

Und nun ist die CM Kiel auch auf Mastodon!

Mastodon als freie (quelloffen) und dezentrale Alternative zu Twitter sprengt den »Walled Garden« der geschlossenen Plattformen mit ihren willkürlichen Regeln von Twitter und Facebuch weiter auf. Yeah! Wallet Garden nervt, da die Regeln im Wallet Garden nicht etwa die Nutzerinnen und Nutzer bestimmen, sondern die Unternehmen, welche die sozialen Netzwerke betreiben und nur eines im Sinn haben – Geld mit Werbung zu verdienen und dazu ihre Nutzerinnen und Nutzer auszuspionieren (und nebenbei Backdoors für die Geheimdienste bereit zu stellen).

Für Mastodon gilt ebenso wie für Hubzilla: Ganz egal, wie gut sich diese Alternative durchsetzt – es ist eine Sache des Prinzips dabei zu sein. Und daher werden ab sofort Neuigkeiten auch unter der Mastodon-Adressehttps://mastodon.cloud/@criticalmasskiel veröffentlicht werden.

Die Möglichkeiten von Mastodon im Vergleich zu Twitter sind absolut überzeugend (500 Zeichen etc.). Gleiches gilt, wie schon bei Hubzilla, für den Bereich der (Daten)Sicherheit. Wer Mastodon noch nicht kennt, findet erste Infos hier. Ansonsten kann ich nur empfehlen, sich einen Anbieter seiner Wahl (Mastodon instances) auszuzuchen, sich zu registrieren und mit zu machen. Fuck the NSA!

Hello Mastodon!

Hello Hubzilla!

Die Critical Mass Kiel ist nun auch auf Hubzilla präsent!

Jemand, der wie ich das Fratzenbuch (aus guten Gründen) hasst und daher auch in Zeiten der Fratzenbuch-Übermacht gerne seine Zeit investiert, um das gute alte CM-Kiel-Blog weiterhin aktuell zu halten, freut sich natürlich über das dezentrale und Open Source Social Network Hubzilla. Ganz egal, wie gut das da abgeht – es ist eine Sache des Prinzips.

Ab sofort werden alle Blog-Artikel auch auf dem Kanal von Digitalesecho https://hub.digitalesecho.de/channel/cmkiel veröffentlicht und zur Diskussion bereit gestellt. Den Link findest du auch in der Seitenleiste.

Die Möglichkeiten und (Daten)Sicherheit in Prism-Zeiten von Hubzilla sind überzeugend. Wer Hubzilla noch nicht kennt, findet erste Infos hier. Ansonsten kann ich nur empfehlen, sich einen Anbieter seiner Wahl (Public Hub) auszuzuchen, sich (ohne sich wie beim Fratzenbuch ausziehen zu müssen) zu registrieren und mit zu machen. Fuck the NSA!

Hello Hubzilla!

Das war einfach nur großartig!

Beginn der CM am Berliner Platz – die Eingangsrunden.

Was für eine Ansage! 164 Fahrerinnen und Fahrer rockten heute die Stadt! Das waren im Vergleich zum Vormonat mehr als dreimal so viele Bikende. Ob es am extrem warmen Wetter lag, oder die richtige Antwort auf die Polizei-Willkür vom letzten Monat war, ist eigentlich egal. War wohl beides. Fest steht, ihr seid die Größten!

Die seit dem Bericht der Februar-Fahrt deutlich gesteigerten Zugriffszahlen im Blog stimmten mich bereits freudig – ließ das erhöhte Interesse doch auf eine größere Teilnehmerinnenzahl hoffen. Die Dreistelligkeit erreichen, das hätte mich gefreut. Dass es dann so viele wurden, war einfach nur geil!

Bei entspannten 20° rollte der lange, bunte Zug durch die Straßen unserer Stadt und viele von denen, die bisher noch im Winterschlaf lagen oder einfach neu hinzu kamen, merkten, was ihnen fehlte. Mit dem Frühling kommt wieder unsere Zeit. Wir waren so groß und so bunt und mit so guter Musik ausgestattet, dass wir nicht nur in der Holtenauer Straße von den Passantinnen und Passanten wieder mal gefeiert wurden. Keine Frage – die Criticial Mass ist bei den Kielerinnen und Kielern beliebt.

Aber nicht nur das: Auf Grund unserer beachtlichen Größe hielten sich auch die jenigen zurück, die uns nicht so mögen – uncoole, generfte Autofahrende waren heute Abend ganz still….

Das gleiche galt auch für die Polizei, die sich allerdings nach Beendigung der Mass noch einmal kurz zu einem Gespräch anschickte – sehr entpannt und freundlich zwar, aber letzten Endes doch nervig: Leude in schwarz, lasst uns doch einfach mal in Ruhe! Jedes mal das gleiche Spiel – wir machen doch eh nix, was zu beanstanden wäre. Das blabla können wir uns schenken und es beeindruckt uns nicht – eher im Gegenteil, wie ihr seht. Mensch Freunde, die Blechkisten verpesten uns 30 Tage im Monat, blockieren und verschandeln die gesamte Stadt. Wenn wir, als das vernünftigste Verkehrsmittel in der Stadt, dann mal an einem Abend im Monat für zwei Stunden (rechtmäßig) die Fahrbahnen entern, dann sollen diese Blech-Hoschis doch einfach mal die Füße still halten – und ihr von der Polizei fahrt einfach mal weiter eure Streife. Das wäre eine wahrlich angemessene Reaktion.

Ok, ich will diesmal gar nicht so viel schwafeln und eure kostbare Lebenszeit vergeuden. Ich freu mich noch immer über diesen Abend und lasse lieber noch ein paar Bilder sprechen (danke für die promte Zusendung, Rasmus!). Danke auch an alle unermütlichen Korkerinnen und Korker, die den Zug immer wieder absichern! Ihr seit Extra-Klasse! Wir sehen uns am 28. April!

Das war gar nix, liebe Kieler Polizei!

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110 – heute eine ganz schlechte Nummer in Kiel.

2017. Die Februar – Critical Mass ist gefahren. Das Wetter war wieder mal gut, wenn auch noch einmal kalt. Wieder dabei waren etwa so um die 40 Räder, zum Schluss kamen leider nur 16 ins Ziel. Dies war sicher mit ein Resultat der heute gefahrenen Aktionen der Kieler Polizei gegen die Mass.

Dieser Beitrag wurde geschrieben von Kay

Die Kieler Polizei mag kein Lob

Mit dem in diesem Blog ausgesprochenen Lob vom letzten Monat konnte die Kieler Polizei offenbar nicht umgehen. Vielleicht ist sie soetwas nicht gewohnt und so tat sie heute einiges, damit sich dieses Lob nicht wiederholt. Ok, bitte sehr.

Zweimal wurde der Verband diesmal von der Polizei angehalten und jedes mal fuhren die Beamten eine höchst dubiose Strategie.

Beim ersten Stopp auf der Rendsburger Landstraße wurde von den Beamten behauptet, dass der CM-Verband sich im Einsatz befindliche Fahrzeuge behindere und diese nicht passieren ließe – dies sei der Polizei von der Feuerwehr gemeldet worden. Dies konnten wir eindeutig widerlegen. Daraufhin wurde gefragt, wer wir denn seien und ob die Aktion angemeldet sei. Und zu guter Letzt sollten wir noch auf den Radweg verwiesen werden, was wir natürlich mit dem Verweis auf die Rechtslage (§ 27 Abs. 1 StVO) abwiesen. Wir konnten dann (natürlich) unbehelligt weiterfahren.

Beim zweiten Stop auf dem Westring wurde erneut gefragt, wer wir denn seien, ob diese Aktion angemeldet sei und natürlich wurden wir nochmals auf den Fahrradweg verwiesen blabla. Gleiche Reaktion von uns wie zuvor. Auf unsere Weigerung hin, die Fahrbahn zu verlassen, wurde uns dann damit gedroht, dass wir (natürlich) weiterfahren dürften, aber uns allen ein Ordnungsgeld drohen würde, wenn wir neben der rechten Fahrspur auch die linke benutzen würden. Dazu aber gleich noch etwas.

Kieler Polizei grotesk

Zunächst einmal ist es nicht nur lästig, sondern es muss doch auch für die Kieler Polizei höchst unangenehm sein, dass ich oder andere ihnen jedes Mal wieder die rechtliche Situation erklären müssen. Ich schreib dazu jetzt mal nichts mehr. Wenn die Polizei mit liest (und das tut sie) und tatsächlich noch Nachschulbedarf besteht (was ich allerdings nicht glaube), dann soll sie doch bitte selbst noch mal nachlesen. Ich stelle fest, dass es doch schon sehr blamabel ist, wenn sich ein Hauptkommissar in matialistisch anmutender Art und Weise (beim 2. Stopp) vor uns aufgebaut und dann so tut, als kenne er nicht einmal die Regeln der StVO.

Zum anderen kommt es indessen der rechtsstaatlichen Schmerzgrenze schon sehr nahe, ganz offensichtlich falsche Behauptungen aufzustellen: Die Critical Mass hat weder heute Abend, noch in der Vergangenheit, Einsatzfahrzeuge im Einsatz behindert! Das wird die CM auch in Zukunft nicht tun! Richtig ist, dass sich heute offenbar ein RTW (Rettungswagen) oder KTW (Krankentransportwagen) der Feuerwehr Ecke Rendsburger Landstraße/Wulfsbrook hinter dem Zug befand. Dieser hatte allerdings keine Sonderrechte geltend gemacht, das heißt Blaulicht und Warnsignale eingeschaltet. Somit stellt dieses Fahrzeug einen ganz normalen Verkehrsteilnehmer dar, welches keine Sonderrechte genießt und muss sich, wie alle anderen Verkehrsteilnehmer auch, wenn der Verkehr durch Staus, Baustellen oder eben die Critical Mass etwas langsamer läuft, in Geduld fassen. Diese Nummer war eine glatte 6, liebe Polizei!

Strategie der Kieler Polizei?

Nach meinen Erfahrungen regt sich hier der starke Verdacht, das hinter solch einem zweifelhaften Vorgehen System steckt. Dieses System nennt sich Einschüchterung (wie leider so oft). Nach der Zwiebeltaktik wird einfach mal etwas behauptet (bspw. dass wir angemeldet sein oder auf dem Radweg fahren müssten etc.), um uns einzuschüchtern und von der Fahrbahn runter zu kriegen. Wenn man den Beamten dann die gesetzliche Grundlage zu dem jeweiligen Punkt klarmacht und die Anordnung ad absurdum führt, kommt die nächste Stufe usw.

Es ist aber als sehr wahrscheinlich zu werten, dass die Polizei tatsächlich genau weiß (wenn nicht, wäre das wirklich sehr traurig), dass wir nichts machen, was nicht durch die StVO gedeckt wäre! Nicht einmal, dass der Verband gelegentlich auch mal mehr als eine Fahrspur benutzt, wäre eine Verletzung der Regeln, da sich einzelne Teilnehmer auch mal überholen müssen, was mit dem entsprechenden Sicherheitsabstand zu erfolgen hat.

Ich vermute, dass die Polizei lediglich genervt davon ist, dass sich ständig irgendwelche Testosteron-Hoschis in ihren klimakillenden Blechkisten, die sich durch uns in ihrer individuellen Freiheitsausübung blockiert fühlen, bei ihnen in der Leitstelle melden und ihnen die Ohren vollquaken. Leider scheint es nun aber so zu sein, dass die Kieler Beamten in der Leitstelle, anstatt diesen Hoschis mit zu teilen, dass dies, was sie dort gerade erleben, eine rechtlich nicht zu beanstandende Situation darstellt und sie locker bleiben sollen, sie lieber ihre blau/schwarzen Truppen losschicken, die uns offenbar wegmobben sollen. Und das eben leider auch mit offenkundig unkorrekten Anweisungen – das geht so schon mal gar nicht!

Wie soll(t)en wir reagieren?

Zunächst einmal: Auf gar keinen Fall einschüchtern lassen! Wenn meine Mutmaßung stimmt, dann soll nämlich genau dies durch eine solch suspekte Gangart erreicht werden (was sonst?). Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die Zwischenfälle jeglicher Art vermeiden wollen, sollen so von der CM vergrault werden. Dies wird der Polizei vermutlich auch bei einigen gelingen. Leider.

Unsere Reaktion darauf kann nur sein, dass wir wir erstens weiterhin cool bleiben und unser Ding machen. Wir sollten ihnen zeigen, dass wir uns nicht einschüchtern lassen – warum auch? Zeigen wir ihnen, dass wir keine kleinen Kinder sind, die man mit einer schwarzen Uniform und dem bösen Blick beeindrucken kann. Pfffff…! Und zweitens – das halte ich für besonders wichtig – dass wir wieder mehr Fahrerinnen und Fahrer auf die Fahrbahn kriegen!! Je mehr wir sind, umso absurder werden solcherlei merkwürdige Polizeiaktionen.

Deshalb mein Aufruf an alle: Bitte, bitte, bitte macht Werbung für die CM! Aktiviert eure Freundinnen und Bekannten nochmals und bittet sie eindringlich, diese großartige Aktion mit ihrer Teilnahme zu unterstützen! Holt sie von der Couch! Lasst uns jeder das nächste Mal 2-5 neue Fahrerinnen und Fahrer mitbringen. Überlegt bitte mal, wenn nur jeder von uns zwei weitere Teilnehmerinnen aktiviert (hätte), wären wir heute bereits 120 Leutchen gewesen! Das ist schon ne Hausnummer.

Vielleicht wäre es überdies hilfreich, wenn wir den Spieß auch einfach mal umdrehen. Was spräche denn dagegen, das wir, wenn mal wieder ein hormonell überversorgter dauerhupend hinter uns her fährt (Verstoß gegen StVO § 16 – Warnzeichen) oder rechtswidrig in den geschlossenen Verband einfährt, oder den Verband mit Gefährdung überholt, etc., nicht auch einfach mal zum Mobilphone greifen und 110 wählen? Und das am Besten gleich zu mehreren… Oder wir fotografieren solcherlei Aktionen und bringen diese zur Anzeige? Bisher haben wir darauf immer verzichtet. Diskutiert dies doch bitte mal untereinander, gern auch hier oder/und auf Facebook.

Eins ist mir persönlich noch wichtig: Wir müssen, auch wenn wir jeder für uns selbst fahren und verantwortlich sind, zusammenstehen! Wird einer durch die Polizei herausgegriffen, sollte der ganze Verband anhalten und sich auch gern mit Fragen einmischen. Habt bitte keine Sorge, es sind immer Fahrerinnen oder Fahrer im Verband dabei, die sich so gut mit der Rechtslage auskennen, um jegliche Konfrontation mit der Ordnungsmacht an forderster Position zu managen. Die Critical Mass ist durch die StVO gedeckt.

Die nächste Mass findet am 31. März statt. Diesmal bei bestimmt gutem Wetter und mit einer Teilnehmerzahl im dreistelligen Bereich. Das habt ihr nun davon.