Von außerordentlicher Qualität…

Yeah! Das war sie wirklich, diese Mass! 234 FahrerInnen fuhren die Mai-Mass in Kiel. Wir schafften es zwar nicht den Rekord vom letzten Jahr zu brechen, was aber Banane ist, denn diese Mass war schlicht und einfach allererste Sahne.

Wir hatten warme 20°C, die Sonne schien und die Stimmung war entsprechend. Und ganz klar – es ist immer wieder ein absolut besonderes Erlebnis – auch wenn Mensch schon lange dabei ist –, mit so vielen sympathischen Frauen und Männern, Jungs und Mädchen, die Straßen Kiels zu rocken. Begleitet wurden wir wie immer von Applaus und bestärkenden Zurufen von Seiten der Passanten.

Die Route war diesmal fast 30 km lang – dies ist schon anständig. Lag wohl am Wetter. Wollte irgendwie niemand so richtig aufhören. Auch gab es keine nennenswerten Vorkommnisse – weder mit anderen VerkehrsteilnehmerInnen und ebenso wenig mit den Cops. Es war eine ruhige, entspannt-fröhliche Sommerfahrt. Vermisst wurden von einigen nur ganz bestimmte Soundräder.

Die Flyer-Aktion lief gut. Eine ganze Menge FahrerInnen teilten kräftig aus. Wartende AutofahrerInnen und zu Fuß gehende wurden reichlich mit Flyern beglückt (und fanden so häufig sogleich eine Antwort auf all die Fragezeichen im Kopf, welche beim Anblick unserer hunderte Meter langen Kolonne in den Köpfen herum flogen). Fast 1000 Flyer wurden verteilt und so wie wir es sahen, wurden diese zumeist gut und dankbar von den Menschen entgegengenommen. Aber auch den VerteilerInnen machte das Verteilen sichtbaren Spaß. Besonders hervorheben sollten wir hier einfach mal die unermüdlichen Jungs von der Mountain-Bike-Fraktion, welche die Mass nicht nur mit ihren coolen Kunststücken und fleißigen corken bereichern, sondern auch radikal-konsequent die Flyer unter die PassantInnen brachten. Klasse!

Apropos Corken: Danke allen CorkerInnen für das Absichern des Verbandes! Danke allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern! Es war wieder total schön mit euch!

Die nächste Mass ist am 30. Juni. Leider nicht mehr innerhalb der Kieler Woche… 🙂 Bis demnächst dann! P.S. Wir freuen uns über Kommentare, Kritik und Anregungen!

Nachtrag vom 27. Mai, 19:15 Uhr:

Frank hat dem Blog vier Bilder der gestrigen Fahrt zur Verfügung gestellt, welche sehr gern noch nachgereicht werden. Herzlichen Dank und bis zum nächsten Mal!

 

Pssst… Heute ist Critical Mass!

Letztes Jahr im Mai waren 317 FahrerInnen am Start. Das war Rekord. Eine der schönsten Fahrten überhaupt. Lasst uns diesen Rekord brechen – das passende Wetter dazu gibts gratis: Über 20°C und Sonne satt in Kiel. Gute Laune, Soundräder, alte Räder, neue Räder, junge Fahrer, alte FahrerInnen oder umgekehrt – alles wird dabei sein. Flyer gibts gratis für alle, die sie an PassantInnen und AutofahrerInnen verteilen wollen. Seid dabei und – Weitersagen!! FreundInnen und Bekannte einladen!

Update von 9:38 Uhr:

An alle DauernörglerInnen hinterm Lenkrad und an reaktionäre PolizistInnen die uns gegenüber (und somit der Allgemeinheit) uncool sind – schaut euch das nachfolgende Video noch mal an! Sound schön laut drehen, zurücklehnen und genießen! DAS, was ihr da seht, ist echter Fortschritt!

Und wieder eine geile Kieler Mass!

Die Kieler Critical Mass läuft rund – keine Frage: Kurz vor der Abfahrt wurden (mindestens) 110 Fahrerinnen und Fahrer gezählt, was für die für April recht kalte Witterung von nur 6° Celsius dann doch deutlich mehr waren, als vermutet. Das war wunderbar, Leute! Auch die Stimmung war wieder sehr ausgelassen und beschwingt. Leicht beschattet wurde die Tour allerdings durch einen Zwischenfall mit einem Autofahrer, der die Nerven verlor.

Der Zug war bunt, der Zug war froh gelaunt. Wo Mensch hinschaute, waren ausgelassene Gespräche und lachende Gesichter zu sehen, die coolsten Fahrräder und verrücktesten Fahrradkonstruktionen zu bewundern. Auch waren wieder tolle Soundräder dabei! Danke dafür! Kurz unterbrochen wurde diese bunte Karawane von einem Geschehnis in der Werftstraße, Ecke Karlstal, etwa 20 Minuten nach dem Beginn der Fahrt.

Verdammtes Testosteron

Dabei verlor ein Autofahrer die Nerven und versuchte außergewöhnlich aggressiv einem corkenden (Verbandsicherung) Mitfahrer sein Fahrrad zu entreißen. Der so angegriffene Radler wehrte sich nach zunehmender Eskalation schließlich mit einer Ladung Pfefferspray, was den Angriff des Autofahrers sofort beendete. Da der Vorfall direkt vor dem Polizeigebäude stattfand, waren augenblicklich mehrere Beamtinnen und Beamte vor Ort. Mindestens einer von ihnen hatte den Vorfall durchs Fenster beobachtet. Den anwesenden Polizistinnen und Polizisten möchten wir an dieser Stelle einen deeskalierenden und detachierten Umgang mit der Situation bestätigen. Gut gemacht!

Entwickelt hatte sich diese Situation übrigens aus den Verwirrungen aufgrund des Passierens eines Rettungswagens mit Sonderrechten. Beim erfolgreichen, schnellen Platzschaffen vermengten sich dann vier Kraftfahrzeuge mit unserem Radverband. Nach dem Passieren des RTW wollte dann allerdings ein Autofahrer nicht warten, bis der Verband weiter gefahren ist und wollte noch weiter in unseren Pulk hineinfahren. Dies wurde durch den den Verband sichernden Mitfahrer verhindert, der dann auch attackiert wurde.

Wir gehen davon aus, dass die Angelegenheit für den Autofahrer ein Nachspiel haben wird, denn körperliche Aggression mittels Faustrecht im Straßenverkehr ist ganz und gar kein Kavaliersdelikt und wird in der Regel mit Fahrverbot und empfindlichen Geldstrafen geahndet – und das zu Recht.

Gruppenverhalten in solchen Fällen

Wir haben noch während der Fahrt diskutiert, wie sich die Gruppe der Mitfahrenden vorzugsweise in solchen Fällen verhalten sollte. Soll der gesamte Zug (welcher ja ein Fahrzeug ist) anhalten oder nur die beteiligten und zur Hilfe geeilten Personen? Nach Abwägung aller Für und Wider sind wir überein gekommen, dass nur letztere Personen in der Situation bleiben und der Rest des Verbandes seine Fahrt fortsetzt, weil wir sonst einen einzigen Fahrbahnbereich zu lange blockieren würden (dies kann gern weiter diskutiert werden).

Das Mitfahrenden in solchen Ausnahmesituationen von anderen Mitfahrenden geholfen und beigestanden wird (in Notfällen auch körperlich), ist für alle selbstverständlich – niemand von uns wird jemals alleine da stehen, wenn einem Armleuchter hintem Lenkrad die Nerven durchgehen. We are here, and we are strong! Und zwar immer so viele von uns, wie es die Situation verlangt. Verlasst euch darauf!

Die Mass muss cool sein!

Aber es soll auch noch einmal thematisiert werden: Auch wir müssen weiterhin bemüht sein, deeskalierend und weise zu agieren! Wenn vereinzelt Menschen in ihren Blechkisten blöde handeln, müssen wir es ihnen nicht gleichtun. Fahrzeuge, die auf Abbiegespuren stehen, müssen beispielsweise nicht immer zur Sicherung des Zuges gecorkt werden und ganz allgemein sollten wir schauen, den Restverkehr nicht mehr, als für die Sicherheit des Zuges erforderlich, zu beschränken. Und sehr wichtig – wir müssen freundlich sein. Autofahrende verstehen sehr häufig gar nicht, was da gerade auf der Fahrbahn passiert und dass dieses zudem auch noch durch die StVO gedeckt und vollkommen legal ist. Sie sind oft vollkommen überfordert, auch weil viele immer noch meinen, die Fahrbahn gehöre nur Ihnen – ein Blick in die StVO (§2) würde da helfen, denn Fahrräder sind ebenfalls Fahrzeuge und müssen somit die Fahrbahn benutzen. Wie dem auch sei, wir sollten ihnen helfen, die Situation zu verstehen.

Fazit

Der Vorfall konnte die Gesamtstimmung nur kurz trüben. Alles in allem war diese Mass phantastisch! Wir alle freuen uns auf die nächste Fahrt und werden diese sicher auch wieder genau so genießen. Dann wohl endlich mal bei sommerlichen Temperaturen.

Reclaim the streets!

Update vom 30. April, 11:00 Uhr:

Auch auf Facebook wurde der Zwischenfall mit dem Agro-Typen in einem Beitrag beschrieben. Die auf FB veröffentlichte Position der Verfasser_in, Mitfahrer_innen als unerwünschte Personen zu segmentieren, weil diese zur Mass Pfefferspray mit sich führen (und es bei einer realen Bedrohung wie am letzten Freitag, bei der aktive Deeskalation versagte, natürlich auch einsetzt), teile ich (Kaya) nicht.

Radfahrene bekommen es im alltäglichen Alltag immer wieder mit Hundeattacken oder anderen Anfeindungen zu tun. Insbesondere Fahrradfahrerinnen, welche sich bspw. nach der Mass (im Dunkeln) auf dem Nachhauseweg befinden und möglicherweise nicht über das körperliche Potential verfügen, sich gegen Übergriffe (welcher Art auch immer) mit reiner Körperkraft zu verteidigen, können sich mit Pfefferspray in der Tasche durchaus sicherer fühlen.

Ich selbst führe kein Pfefferspray mit mir, aber meiner Meinung nach sollte diese Entscheidung jedem selbst überlassen bleiben und auch Pfefferspraymitführende sollten auf der Mass willkommen sein. 

Das war einfach nur großartig!

Beginn der CM am Berliner Platz – die Eingangsrunden.

Was für eine Ansage! 164 Fahrerinnen und Fahrer rockten heute die Stadt! Das waren im Vergleich zum Vormonat mehr als dreimal so viele Bikende. Ob es am extrem warmen Wetter lag, oder die richtige Antwort auf die Polizei-Willkür vom letzten Monat war, ist eigentlich egal. War wohl beides. Fest steht, ihr seid die Größten!

Die seit dem Bericht der Februar-Fahrt deutlich gesteigerten Zugriffszahlen im Blog stimmten mich bereits freudig – ließ das erhöhte Interesse doch auf eine größere Teilnehmerinnenzahl hoffen. Die Dreistelligkeit erreichen, das hätte mich gefreut. Dass es dann so viele wurden, war einfach nur geil!

Bei entspannten 20° rollte der lange, bunte Zug durch die Straßen unserer Stadt und viele von denen, die bisher noch im Winterschlaf lagen oder einfach neu hinzu kamen, merkten, was ihnen fehlte. Mit dem Frühling kommt wieder unsere Zeit. Wir waren so groß und so bunt und mit so guter Musik ausgestattet, dass wir nicht nur in der Holtenauer Straße von den Passantinnen und Passanten wieder mal gefeiert wurden. Keine Frage – die Criticial Mass ist bei den Kielerinnen und Kielern beliebt.

Aber nicht nur das: Auf Grund unserer beachtlichen Größe hielten sich auch die jenigen zurück, die uns nicht so mögen – uncoole, generfte Autofahrende waren heute Abend ganz still….

Das gleiche galt auch für die Polizei, die sich allerdings nach Beendigung der Mass noch einmal kurz zu einem Gespräch anschickte – sehr entpannt und freundlich zwar, aber letzten Endes doch nervig: Leude in schwarz, lasst uns doch einfach mal in Ruhe! Jedes mal das gleiche Spiel – wir machen doch eh nix, was zu beanstanden wäre. Das blabla können wir uns schenken und es beeindruckt uns nicht – eher im Gegenteil, wie ihr seht. Mensch Freunde, die Blechkisten verpesten uns 30 Tage im Monat, blockieren und verschandeln die gesamte Stadt. Wenn wir, als das vernünftigste Verkehrsmittel in der Stadt, dann mal an einem Abend im Monat für zwei Stunden (rechtmäßig) die Fahrbahnen entern, dann sollen diese Blech-Hoschis doch einfach mal die Füße still halten – und ihr von der Polizei fahrt einfach mal weiter eure Streife. Das wäre eine wahrlich angemessene Reaktion.

Ok, ich will diesmal gar nicht so viel schwafeln und eure kostbare Lebenszeit vergeuden. Ich freu mich noch immer über diesen Abend und lasse lieber noch ein paar Bilder sprechen (danke für die promte Zusendung, Rasmus!). Danke auch an alle unermütlichen Korkerinnen und Korker, die den Zug immer wieder absichern! Ihr seit Extra-Klasse! Wir sehen uns am 28. April!

Ost-West in Kiel, Teil II

Im ersten Teil über die großteilig mangelhafte Radverkehr-Ost-West-Verbindung in Kiel ging es um die beiden zur Hörn führenden und ineinander übergehenden Straßen auf dem Ostufer ›Schönberger Straße‹ und ›Werftstraße‹. In Teil II widmen wir uns der Hörn-Umrundung selbst, die leider auch nur als halbfertiger Murks zu bezeichnen ist.

(Eines noch vorweg: Bitte schaut euch auch die Fotoreihe  〈17 Bilder〉 zur Veranschaulichung des Textes am Ende des Beitrages an!)

Wer sich also vom Ostufer, sagen wir vom Geomar in Wellingdorf, über die ›Schönberger Straße‹ und anschließend über die ›Werftstraße‹ bis in die Sichtweite der›Hörn‹, entweder auf den zuvor genannten Straßen Fahrbahnen fahrend durch den Verkehr oder auf den zum Teil üblen »Rumpelradwegen« (ohne Benutzungspflicht!) neben den beiden Straßen Fahrbahnen gekämpft hat, der steht mit der nun anstehenden »Hörnumrundung« über den »Querkai«, oder alternativ dazu die »Hörnüberquerung« über die Hörnbrücke, bzw. die sogenannte »Klappbrücke«, vor einem Konstrukt fragmentärer, radverkehrsplanerischer Halbergebnisse.

Eine gute Zufahrt zur Hörn braucht auch eine gute Hörn-Umrundung/Querung

Selbst wenn die Ostuferzufahrtswege zur Hörn gemäß der Vorschläge aus dem ersten Teil umgesetzt werden würden – ohne eine sinnvolle Hörn-Lösung, für eine zügige und hindernissarme Hörnumrundung bzw. Hörnüberquerung, bringt das den Ost-West-Radverkehr in Kiel nicht wirklich weiter. Die Hörn bliebe das Nadelöhr!

Nachdem ich heute Nachmittag die Situation vor Ort noch einmal genauer betrachtet habe, wäre für mich die sinnvollste Lösung ein Radschnellweg um die Hörn herum. Hier gibt es bereits durchaus gute, vorhandene Ansätze, die man nutzen könnte. Alternativ könnte die etwas kürzere Route über die Brücke ja bestehen bleiben, obwohl hier zu beachten ist, das die Brücke ein Fußweg ist, der lediglich für Radverkehr freigegeben ist und somit der Radverkehr nach der StVO eigentlich Schrittgeschwindigkeit fahren müsste…

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Das ist die Strecke, um die es geht. Die rote Linie stellt die (geplante) Schnellroute dar, die grüne die Abkürzung über die Hörnbrücke.

Also bitte noch einmal in Richtung Stadtplanung: Sorgt für eine schnelle Verbindung von Ost nach West und ihr werdet sehen, der Radverkehr wird auch in Kiel deutlich zunehmen, da das Ostufer mit seinen durchaus weiten Anfahrtwegen auch für das Rad deutlich attraktiver wird. Schaut nach Kopenhagen oder Amsterdam – genau so wurde es dort gemacht: Die Radverbindungen so attraktiv machen, dass man schon ziemlich schlapp und tranig sein muss, wenn man diese nicht nutzt!

Macht jetzt die schnelle Ost-West-Verbindung in Kiel perfekt!! Danke im Voraus im Namen aller Radlerinnen und Radler.

 

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Bild 1: So kommt man über die Werftstraße auf dem Radweg an die Abbiegung „Gaardener Ring“, welcher rechts ab Richtung Hörn führt. (Auf dem Radweg deswegen, weil das letzte Stück Radweg, ab der Einfahrt zum Norwegenkai, sehr gut ausgebaut und somit benutzungspflichtig ist.)
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Bild 2: Ist man dann den Gaardener Ring entlang gefahren, kann man, wenn man will, rechts die Abkürzung über die Hörnbrücke nehmen (grün). Die Rote Linie zeigt die angedachte Schnellwegverbindung für höhere Geschwindigkeiten. (Hier muss allerdings angemerkt werden, dass die angedachte Schnellwegverbindung im Moment die deutlich schlechtere Wahl ist! Mehr dazu ein paar Bilder weiter.)
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Bild 3: An der Abzweigung zur Hörnbrücken-Abkürzung – ein Nadelör. (Bitte beachte die Position der angebrachten Fahrradbügel!)
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Bild 4: Fährt man die Hörnbrückenabkürzung, gelangt man über diese Abfahrt zum „Am Germaniahafen“, welche zur Brücke führt.
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Bild 5: Gleiche Position wie beim Foto zuvor, nur um 90° nach rechts gedreht: Blick in „Am Germaniahafen“. Hier kann man zwei Wege nehmen. (Gelb eingekreist im Hintergrund die Hörnbrücke.)
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Bild 6: An der Hörnbrücke angekommen. Hier noch rüber und man ist auf dem Westufer. Das ist im Moment nicht nur der kürzeste, sondern auch der „beste“ Weg über/um die Hörn. (Eingekreist der Hinweis, dass die Hörnbrücke ein Fußweg ist und Fahrräder nur „frei“ sind, was nach der StVO bedeutet, dass nur „Schritttempo“ gefahren werden darf!) Im Hintergrund von links kommend, bereits auf dem Westufer verlaufend (dünne rote Pfeile), der angedachte Radschnellweg.
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Bild 7: Ungefähr von der gleichen Position wie beim vorigen Bild, nur um 180° gewendet. Noch mal ein Blick auf den Verlauf der Abkürzungsroute.
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Bild 8: Zurück zur Abzweigung Radschnellweg/Abkürzung (Bild 2 und 3). Fährt man den geplanten Schnellweg gerade aus weiter, findet man bereits einen sehr gut ausgebauten Radweg vor. Hier muss eigentlich gar nichts mehr gemacht werden. Schnelle Fahrt möglich. Fein.
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Bild 9: An der Halle 400 angekommen, heißt es rechts abbiegen, Richtung Hörn. (Das rote Gebäude ist die Halle 400).
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Bild 10: Und weiter geht die Schnellfahrt auf einem sehr gut ausgebauten Radweg an der Halle 400 entlang (linke Seite).
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Bild 11: Und dann – am Ende der Halle 400 angelangt, ist Schluss mit lustig und „schnell“ ist schon gar nicht mehr! Man hat nicht nur die Hörn vor Augen, sondern auch jede Menge Kopfsteinpflaster… (Im Hintergrund bereits auf dem Westufer, mit den dünnen roten Pfeilen, der weitere Streckenverlauf des angedachten Radschnellweges.)
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Bild 12: Dreht man sich am Ende des Weges an der Halle 400 (siehe Bild zuvor) nach links, sieht man den Reifentod für Rennradfahrer. Die weitere Strecke daher nur noch gepunktet, weil man das wirklich nicht mehr Strecke nennen kann. Für Fahrradfahrer ist dies eine Zumutung. //Erweiterung vom 3.8, 17:20 Uhr: Ob hier der Radweg tatsächlich endet, wie Jasmin auf Facebook bemerkt, und der Rest der angedachten Schnellwegstrecke ein Fußweg ist, möchte ich bezweifeln, da zum einen die Beschilderung fehlt (Zeichen 239). Auf dem Westufer hingegen, dem „Bahnhofskai“ (Bild 16), findet sich allerdings Zeichen 241 – also doch Fahrradweg. Also wenn überhaupt, käme Jasmins Feststellung nur für den Bereich „Querkai“ in Frage.
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Bild 13: Ab hier ist zudem Route-Raten angesagt. Fährt man an zwei vorhandenen Abfahrten vorbei, muss man einen Umweg fahren…. (rechts zu sehen die Hörn, hinten der Hörn-Campus am „Querkai“, an dem der weitere Streckenverlauf mit dünnen roten Pfeilen markiert ist.) 
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Bild 14: Hat man eine der Abfahrten gefunden, kommt man von unten. Hat man sie nicht gefunden, muss man die Treppen nehmen oder hinten herum fahren… (Rechts ab, geht es über den „Querkai“ rüber aufs Westufer.)
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Bild 15: Der „Querkai“ – linke Seite Hörn-Campus, rechte Seite die Hörn selbst. Die dünnen roten Pfeile zeigen bereits den weiteren Verlauf der angedachten Radschnellstrecke auf dem Westufer. (Gelb markiert sind regelmäßig eingelassene Kopfsteinplaster-Linien, welche Rennradfahrer besonders fröhlich stimmen.)
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Bild 16. Ist man auf dem Westufer angekommen, fährt man rechts ab und dann geht es über den „Bahnhofskai“ zum Rendez-vous-Punkt mit der Abkürzungsstrecke über die Hörnbrücke (grünes und rotes Kreuz). Grün eingekreist ist übrigens die Hörnbrücke. Gelb eingekreist die Pfalsterstein-Freude aller Rennradfahrer, die auch hier diese etwa alle 20 Meter ins Schritttempo zwingen.
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Bild 17: Nahaufnahme der Kopfsteinpflastereinlässe – echt nervig!
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Bild 18: Noch einmal die beiden beschriebenen Wege auf der Karte. Der angedachte Radschnellweg ist zwar länger, aber bis zum Ende der Halle 400 bereits excellent ausgebaut – gar keine Frage. Ich denke, wäre der Weg um die gesamte Hörn so ausgebaut, wäre dieser für mich wohl meist erste Wahl, auch wenn dieser weiter als über die Klappbrücke ist. Das ist aber reine Geschmackssache.

Anregungen und Kommentare sind Willkommen!

Ost-West in Kiel

In Kiel haben wir ein besonderes, verkehrstechnisches Problem – die Kieler Förde. Wer vom Ostufer aufs Westufer (also die Innenstadt) gelangen will (und natürlich umgekehrt), muss einmal um die Förde herum fahren. Während auf dem Westufer die Fahrradwegstruktur entlang der Förde recht gut ausgebaut ist, ist dies auf der Ostuferseite entlang der ›Schönberger Straße‹ und übergehend in die ›Werftstraße‹ zum Teil leider nicht der Fall. Sollen aber wie auch durch die Stadt Kiel vorgegeben viele Menschen auf das Rad umsteigen, dann müssen schnelle Fahrradrouten angeboten werden – sonst wird das nichts!

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So könnte es aussehen. Auf beiden Seiten breite Fahrradspuren, farblich abgesetzt. 30 km Höchstgeschwindigkeit für Autos für gleichmäßigen Verkehrsfluss, weniger Abgase und Lärm und kaum Geschwindigkeitsunterschiede zu den Radfahrenden für optimalen Unfallschutz. (Werftstraße Richtung Hörn, bzw. Innenstadt, kurz hinter der Abzweigung Elisabethstraße. Rechts im Bild das Werftgelände, im Hintergrund ist der auf der anderen Seite der Förde stehende Rathausturm zu sehen.)

Die Diskussion ist ja bereits in Gange. Die ›Werftstraße‹ soll umgestaltet werden und schnelle Fahrradspuren angelegt werden. Dies wird allerdings bisher von den üblichen Verdächtigen mit den immergleich-einseitigen Nichtargumenten blockiert. Statt es richtig zu machen, pranken stattdessen große Schilder rechts und Links der Route, dass ›Fahrradfahrer auch die Fahrbahn benutzen dürfen‹. Allerdings benötigen Radfahrende bei diesem Akt mitunter starke Nerven, denn im Verständnis des Autoverkehrs gehört die Werft- und Schönberger Straße noch immer ihnen allein – trotz riesen Beschilderung.

Erstaunliche Selbstversuche

Wer allerdings mit dem Fahrrad einmal konsequent auf der Werftstraße und Schönberger Straße fährt, macht die wirklich erstaunliche Erfahrung, wie schnell die Strecke von der Höhe ›HDW-Einfahrt‹ in Gaarden bis zum ›Geomar‹ in Wellingdorf (in diesem Bereich existiert keine Radwegbenutzungspflicht) zurückgelegt werden kann. Ich habe es mehrfach getestet, zu unterschiedlichen Tageszeiten. Das Ergebnis hat mich absolut erstaunt, denn durch die vielen Ampelkreuzungen offenbart sich tatsächlich kein signifikanter Zeitvorsprung für Verbrennungsfahrzeuge gegenüber dem Fahrrad und somit gibt es für sehr viele schlaffe »Bequemos« auch kein Argument mehr pro Auto. Am Tag beispielsweise (Vormittags gegen 11:00 Uhr) fuhr ich die Strecke in nicht mal 10 Minuten, am Abend (gegen 21:00 Uhr) sogar in nur 7 Minuten – ohne zu rasen, wenngleich zügig.

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Auch hier die im Bild zuvor beschriebene Verkehrsführung. (Werftstraße Richtung Wellingdorf, etwa auf Parallelhöhe der Prinzenstraße). Bitte beachtet die Parksituation auf der linken Seite – hier ist der Fußweg komplett durch Autos zugeparkt. Fußgänger und Radlerinnen teilen sich einen viel zu schmalen Streifen, zudem besteht große Gefahr durch „Dooring-Unfälle“.

Genau hier liegt der Hund begraben. Die meisten Radlerinnen und Radler trauen sich nämlich nicht auf der Schönberger Straße und der Werftstraße zu fahren und radeln daher aus Furcht vor viel zu schnellen Autos auf den zum Teil sehr engen, holprigen und zugeparkten Geh/Radwegen – zwangsläufig im Slow-Modus. Bitte versteht mich nicht falsch – nicht dass ich etwas gegen Slow-Motion habe, im Gegenteil, aber manchmal ist eben auch zügig angesagt und könnte eine solche Fahrweise durchweg auf dieser Route umgesetzt werden, dann schmilzt das Entfernungmonster von Ost nach West zu einem Witz zusammen.

Nicht nur reden – machen!

Also Stadtplaner – tut endlich etwas! Zeigt, dass ihr »Mumm in den Knochen« habt und lasst den schönen Worten endlich Taten folgen! Wer predigt, dass das Klima geschützt, die Stadtluft von Stickoxyden etc. und Feinstaub befreit werden soll und die radfahrenden Menschen gesünder werden, der muss auch handeln. Stellt die konservativen Blockierer mitsamt ihrer Steinzeit-Verkehrsidelogie an den Pranger – wir sind dabei gern behilflich. Ich wette »sonstwas von« darauf, dass wenn die Wege erstmal da sind, dass sie auch eifrig und schnell zunehmend genutzt werden!

Macht jetzt die schnelle Ost-West-Verbindung in Kiel perfekt!! 

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Wollen wir nicht mehr sehen! Verschenkter Raum und Bevorzugung des stinkenden Verkehrs, welcher zudem auf der Route grundsätzlich viel zu schnell fährt – Tempo 70 ist hier durchweg Programm. Die Radstreifen sind viel zu schmal und in gefährlicher Konfrontnationsnähe mit den zu Fuß gehenden – eine Berührung und der Radler landet vor dem nächsten Tempo-70-Auto auf der Straße.
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Auch hier – Verkehrsplanung aus dem letzten Jahrhundert. In die Mülltonne damit.

campusrad – Schlauer ans Ziel!

Ab sofort können CAU-Angehörige Einrichtungen auf dem Campus ökologisch sinnvoll mit Leihrädern ansteuern. Foto/Copyright: Jürgen Haacks, CAU
Ab sofort können CAU-Angehörige Einrichtungen auf dem Campus ökologisch sinnvoll mit Leihrädern ansteuern. Foto/Copyright: Jürgen Haacks, CAU

Ökologisch sinnvoll, flexibel und schnell können sich Studierende und Angestellte der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel mit dem neuen »campusrad« bewegen. Fünfzig robuste Fahrräder stehen CAU-Angehörigen zur Verfügung. Nach einer einmaligen Online-Registrierung können Sie sich über »Call a Bike« anmelden. Der Weg zwischen zwei Hörsaalgebäuden an der Uni Kiel wird dann mit wenigen Klicks auf eine kleine Sporteinheit verkürzt. Die ersten dreißig Minuten sind für alle Nutzerinnen und Nutzer kostenfrei – auf dem Campus und deutschlandweit! Denn registrierte CAU-Angehörige erhalten zusätzliche Sonderkonditionen in den rund fünfzig deutschen Städten, wo der Mietrad-Service von »Call a Bike« angeboten wird.

Vier Stationen auf dem Campus der Kieler Universität können mit den Fahrrädern angefahren werden: Am Audimax, an der Olshausenstraße 75, der Leibnizstraße 1 und am Bioturm. An den Stationen stehen die Räder sicher und sind bereit für die nächste Fahrt. Wer dann beispielsweise von der Universitätsbibliothek aus zum Westring möchte oder einen Dienstgang auf dem Unigelände plant, kann sich einfach über die Call a Bike-App das nächstgelegene campusrad suchen und los geht´s. Eine stabile Gepäckschale mit Haltegurten garantiert den sicheren Transport von Taschen oder Rucksäcken.

In drei Schritten kommst Du mit dem campusrad umweltbewusst ans Ziel:

  1. Einmalig im Internet anmelden – nur dann werden die Sonderkonditionen für Studierende und Beschäftigte an der CAU freigeschaltet. Infos zur Anmeldung erhältst Du hier.
  2. „Call a Bike“-App kostenlos bei Google play im Windows Phone Store oder im iTunes-Store herunterladen.
  3. Rad sehen und per App entleihen. Alternativ ist dies auch per Telefonanruf über die auf dem Schlossdeckel angegebene Nummer möglich.