Es gibt Flyer!

Keine Frage – wir sind beliebt bei den Menschen in der Stadt. Das zeigen uns die vielen freundlichen Reaktionen. Vom Winken bis zum Applaus ist alles dabei, wenn die Mass vorbeifährt. Nur einige wenige Autofahrende zieren sich (manchmal) noch ein bisschen. Oft, weil sie nicht verstehen, was sie gerade an diesem oder jenem Freitag Abend großartiges erleben. Dies soll sich ändern. Wir wollen, dass uns ALLE mögen! Daher bringe ich, Kay, zur nächsten Mass am 26. Mai 1000 Flyer (A6, siehe nachfolgende Bilder) mit. Wer will, darf sich bedienen und sie nach Lust und Laune beim Corken an (wartende) AutofahrerInnen oder PassantInnen verteilen. Damit sich zumindest die ersten Fragezeichen in Luft auflösen. Und weil doppelt bekanntlich besser hält, gibts im Juni dann noch mal 1000 Flyer. Ach so, ja, bitte weitersagen…!

Flyer Vorderseite
Flyer Rückseite

Und wieder eine geile Kieler Mass!

Die Kieler Critical Mass läuft rund – keine Frage: Kurz vor der Abfahrt wurden (mindestens) 110 Fahrerinnen und Fahrer gezählt, was für die für April recht kalte Witterung von nur 6° Celsius dann doch deutlich mehr waren, als vermutet. Das war wunderbar, Leute! Auch die Stimmung war wieder sehr ausgelassen und beschwingt. Leicht beschattet wurde die Tour allerdings durch einen Zwischenfall mit einem Autofahrer, der die Nerven verlor.

Der Zug war bunt, der Zug war froh gelaunt. Wo Mensch hinschaute, waren ausgelassene Gespräche und lachende Gesichter zu sehen, die coolsten Fahrräder und verrücktesten Fahrradkonstruktionen zu bewundern. Auch waren wieder tolle Soundräder dabei! Danke dafür! Kurz unterbrochen wurde diese bunte Karawane von einem Geschehnis in der Werftstraße, Ecke Karlstal, etwa 20 Minuten nach dem Beginn der Fahrt.

Verdammtes Testosteron

Dabei verlor ein Autofahrer die Nerven und versuchte außergewöhnlich aggressiv einem corkenden (Verbandsicherung) Mitfahrer sein Fahrrad zu entreißen. Der so angegriffene Radler wehrte sich nach zunehmender Eskalation schließlich mit einer Ladung Pfefferspray, was den Angriff des Autofahrers sofort beendete. Da der Vorfall direkt vor dem Polizeigebäude stattfand, waren augenblicklich mehrere Beamtinnen und Beamte vor Ort. Mindestens einer von ihnen hatte den Vorfall durchs Fenster beobachtet. Den anwesenden Polizistinnen und Polizisten möchten wir an dieser Stelle einen deeskalierenden und detachierten Umgang mit der Situation bestätigen. Gut gemacht!

Entwickelt hatte sich diese Situation übrigens aus den Verwirrungen aufgrund des Passierens eines Rettungswagens mit Sonderrechten. Beim erfolgreichen, schnellen Platzschaffen vermengten sich dann vier Kraftfahrzeuge mit unserem Radverband. Nach dem Passieren des RTW wollte dann allerdings ein Autofahrer nicht warten, bis der Verband weiter gefahren ist und wollte noch weiter in unseren Pulk hineinfahren. Dies wurde durch den den Verband sichernden Mitfahrer verhindert, der dann auch attackiert wurde.

Wir gehen davon aus, dass die Angelegenheit für den Autofahrer ein Nachspiel haben wird, denn körperliche Aggression mittels Faustrecht im Straßenverkehr ist ganz und gar kein Kavaliersdelikt und wird in der Regel mit Fahrverbot und empfindlichen Geldstrafen geahndet – und das zu Recht.

Gruppenverhalten in solchen Fällen

Wir haben noch während der Fahrt diskutiert, wie sich die Gruppe der Mitfahrenden vorzugsweise in solchen Fällen verhalten sollte. Soll der gesamte Zug (welcher ja ein Fahrzeug ist) anhalten oder nur die beteiligten und zur Hilfe geeilten Personen? Nach Abwägung aller Für und Wider sind wir überein gekommen, dass nur letztere Personen in der Situation bleiben und der Rest des Verbandes seine Fahrt fortsetzt, weil wir sonst einen einzigen Fahrbahnbereich zu lange blockieren würden (dies kann gern weiter diskutiert werden).

Das Mitfahrenden in solchen Ausnahmesituationen von anderen Mitfahrenden geholfen und beigestanden wird (in Notfällen auch körperlich), ist für alle selbstverständlich – niemand von uns wird jemals alleine da stehen, wenn einem Armleuchter hintem Lenkrad die Nerven durchgehen. We are here, and we are strong! Und zwar immer so viele von uns, wie es die Situation verlangt. Verlasst euch darauf!

Die Mass muss cool sein!

Aber es soll auch noch einmal thematisiert werden: Auch wir müssen weiterhin bemüht sein, deeskalierend und weise zu agieren! Wenn vereinzelt Menschen in ihren Blechkisten blöde handeln, müssen wir es ihnen nicht gleichtun. Fahrzeuge, die auf Abbiegespuren stehen, müssen beispielsweise nicht immer zur Sicherung des Zuges gecorkt werden und ganz allgemein sollten wir schauen, den Restverkehr nicht mehr, als für die Sicherheit des Zuges erforderlich, zu beschränken. Und sehr wichtig – wir müssen freundlich sein. Autofahrende verstehen sehr häufig gar nicht, was da gerade auf der Fahrbahn passiert und dass dieses zudem auch noch durch die StVO gedeckt und vollkommen legal ist. Sie sind oft vollkommen überfordert, auch weil viele immer noch meinen, die Fahrbahn gehöre nur Ihnen – ein Blick in die StVO (§2) würde da helfen, denn Fahrräder sind ebenfalls Fahrzeuge und müssen somit die Fahrbahn benutzen. Wie dem auch sei, wir sollten ihnen helfen, die Situation zu verstehen.

Fazit

Der Vorfall konnte die Gesamtstimmung nur kurz trüben. Alles in allem war diese Mass phantastisch! Wir alle freuen uns auf die nächste Fahrt und werden diese sicher auch wieder genau so genießen. Dann wohl endlich mal bei sommerlichen Temperaturen.

Reclaim the streets!

Update vom 30. April, 11:00 Uhr:

Auch auf Facebook wurde der Zwischenfall mit dem Agro-Typen in einem Beitrag beschrieben. Die auf FB veröffentlichte Position der Verfasser_in, Mitfahrer_innen als unerwünschte Personen zu segmentieren, weil diese zur Mass Pfefferspray mit sich führen (und es bei einer realen Bedrohung wie am letzten Freitag, bei der aktive Deeskalation versagte, natürlich auch einsetzt), teile ich (Kay) nicht.

Radfahrene bekommen es im alltäglichen Alltag immer wieder mit Hundeattacken oder anderen Anfeindungen zu tun. Insbesondere Fahrradfahrerinnen, welche sich bspw. nach der Mass (im Dunkeln) auf dem Nachhauseweg befinden und möglicherweise nicht über das körperliche Potential verfügen, sich gegen Übergriffe (welcher Art auch immer) mit reiner Körperkraft zu verteidigen, können sich mit Pfefferspray in der Tasche durchaus sicherer fühlen.

Ich selbst führe kein Pfefferspray mit mir, aber meiner Meinung nach sollte diese Entscheidung jedem selbst überlassen bleiben und auch Pfefferspraymitführende sollten auf der Mass willkommen sein. 

Unsere Stadt bleibt bunt!

Diese Stadt gehört uns und sie bleibt bunt, nicht braun! WIR sind die Alternative!

In der Critical Mass fahren die verschiedensten Menschen mit den verschiedensten Motivationen und Ansichten mit den verschiedensten Fahrrädern. Alle sind gern gesehen! Wir sind bunt gemischt – von groß bis klein, von alt bis jung. Wir leben eine offene, respektvolle, freundliche und eine auf einem Miteinander aufbauende Gesellschaft. Xenophobie mit all seinen dumpfen Schattierungen wie Nationalismus, Regionalismus, Rassismus und Sexismus hat bei uns nichts verloren und auch keine Chance – niemals!

Und genau deshalb ist die Critical Mass als Aktionsform auch nicht nur verkehrspolitisch zweckgebunden. Wir können (und sollten meiner Meinung nach) für unseren Typus einer positiven Gesellschaft gerade jetzt nocht sichtbarer und offener eintreten. Denn am 7. Mai (Landtagswahl) stemmt sich eine sogenannte Alternative (die keine ist) nicht nur dieser schönen Art einer bunten Gesellschaft entgegen, sondern sie ist auch verkehrspolitisch in den 1960er Jahren stehen geblieben: In Punkt 14.1 ihres Grundsatzprogramms heist es doch tatsächlich so muffig und reaktionär wie schon lange nicht mehr – »Freie Fahrt für freie Bürger«.

Mein Vorschlag: Zeigen wir doch bei unserer nächsten Ausfahrt diesen verklemmten, ängstlichen und vorurteilbehafteten Dinosauriern, was wir von ihrer Art von vermuffter Welt halten – nämlich gar nichts! Ob mit eindeutigen Statements auf Shirts, Jacken, Aufklebern, entsprechend ausgewählten Farben und/oder guter Musik – uns fällt schon was ein. Habt ihr Freundinnen und Bekannte aus anderen Kulturkreisen und/oder verschieder Glaubensrichtungen? Ja? Dann ladet sie doch zur solidarischen Fahrt durch unser gemeinsames, buntes Kiel ein! Sagt es weiter – lasst uns am 28. bunter sein, als je zuvor!

Am 28. April wird allen klar, dass die bunte Stadt, die einzig vernünftige Alternative ist!

Das war einfach nur großartig!

Beginn der CM am Berliner Platz – die Eingangsrunden.

Was für eine Ansage! 164 Fahrerinnen und Fahrer rockten heute die Stadt! Das waren im Vergleich zum Vormonat mehr als dreimal so viele Bikende. Ob es am extrem warmen Wetter lag, oder die richtige Antwort auf die Polizei-Willkür vom letzten Monat war, ist eigentlich egal. War wohl beides. Fest steht, ihr seid die Größten!

Die seit dem Bericht der Februar-Fahrt deutlich gesteigerten Zugriffszahlen im Blog stimmten mich bereits freudig – ließ das erhöhte Interesse doch auf eine größere Teilnehmerinnenzahl hoffen. Die Dreistelligkeit erreichen, das hätte mich gefreut. Dass es dann so viele wurden, war einfach nur geil!

Bei entspannten 20° rollte der lange, bunte Zug durch die Straßen unserer Stadt und viele von denen, die bisher noch im Winterschlaf lagen oder einfach neu hinzu kamen, merkten, was ihnen fehlte. Mit dem Frühling kommt wieder unsere Zeit. Wir waren so groß und so bunt und mit so guter Musik ausgestattet, dass wir nicht nur in der Holtenauer Straße von den Passantinnen und Passanten wieder mal gefeiert wurden. Keine Frage – die Criticial Mass ist bei den Kielerinnen und Kielern beliebt.

Aber nicht nur das: Auf Grund unserer beachtlichen Größe hielten sich auch die jenigen zurück, die uns nicht so mögen – uncoole, generfte Autofahrende waren heute Abend ganz still….

Das gleiche galt auch für die Polizei, die sich allerdings nach Beendigung der Mass noch einmal kurz zu einem Gespräch anschickte – sehr entpannt und freundlich zwar, aber letzten Endes doch nervig: Leude in schwarz, lasst uns doch einfach mal in Ruhe! Jedes mal das gleiche Spiel – wir machen doch eh nix, was zu beanstanden wäre. Das blabla können wir uns schenken und es beeindruckt uns nicht – eher im Gegenteil, wie ihr seht. Mensch Freunde, die Blechkisten verpesten uns 30 Tage im Monat, blockieren und verschandeln die gesamte Stadt. Wenn wir, als das vernünftigste Verkehrsmittel in der Stadt, dann mal an einem Abend im Monat für zwei Stunden (rechtmäßig) die Fahrbahnen entern, dann sollen diese Blech-Hoschis doch einfach mal die Füße still halten – und ihr von der Polizei fahrt einfach mal weiter eure Streife. Das wäre eine wahrlich angemessene Reaktion.

Ok, ich will diesmal gar nicht so viel schwafeln und eure kostbare Lebenszeit vergeuden. Ich freu mich noch immer über diesen Abend und lasse lieber noch ein paar Bilder sprechen (danke für die promte Zusendung, Rasmus!). Danke auch an alle unermütlichen Korkerinnen und Korker, die den Zug immer wieder absichern! Ihr seit Extra-Klasse! Wir sehen uns am 28. April!

Das war gar nix, liebe Kieler Polizei!

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110 – heute eine ganz schlechte Nummer in Kiel.

2017. Die Februar – Critical Mass ist gefahren. Das Wetter war wieder mal gut, wenn auch noch einmal kalt. Wieder dabei waren etwa so um die 40 Räder, zum Schluss kamen leider nur 16 ins Ziel. Dies war sicher mit ein Resultat der heute gefahrenen Aktionen der Kieler Polizei gegen die Mass.

Dieser Beitrag wurde geschrieben von Kay

Die Kieler Polizei mag kein Lob

Mit dem in diesem Blog ausgesprochenen Lob vom letzten Monat konnte die Kieler Polizei offenbar nicht umgehen. Vielleicht ist sie soetwas nicht gewohnt und so tat sie heute einiges, damit sich dieses Lob nicht wiederholt. Ok, bitte sehr.

Zweimal wurde der Verband diesmal von der Polizei angehalten und jedes mal fuhren die Beamten eine höchst dubiose Strategie.

Beim ersten Stopp auf der Rendsburger Landstraße wurde von den Beamten behauptet, dass der CM-Verband sich im Einsatz befindliche Fahrzeuge behindere und diese nicht passieren ließe – dies sei der Polizei von der Feuerwehr gemeldet worden. Dies konnten wir eindeutig widerlegen. Daraufhin wurde gefragt, wer wir denn seien und ob die Aktion angemeldet sei. Und zu guter Letzt sollten wir noch auf den Radweg verwiesen werden, was wir natürlich mit dem Verweis auf die Rechtslage (§ 27 Abs. 1 StVO) abwiesen. Wir konnten dann (natürlich) unbehelligt weiterfahren.

Beim zweiten Stop auf dem Westring wurde erneut gefragt, wer wir denn seien, ob diese Aktion angemeldet sei und natürlich wurden wir nochmals auf den Fahrradweg verwiesen blabla. Gleiche Reaktion von uns wie zuvor. Auf unsere Weigerung hin, die Fahrbahn zu verlassen, wurde uns dann damit gedroht, dass wir (natürlich) weiterfahren dürften, aber uns allen ein Ordnungsgeld drohen würde, wenn wir neben der rechten Fahrspur auch die linke benutzen würden. Dazu aber gleich noch etwas.

Kieler Polizei grotesk

Zunächst einmal ist es nicht nur lästig, sondern es muss doch auch für die Kieler Polizei höchst unangenehm sein, dass ich oder andere ihnen jedes Mal wieder die rechtliche Situation erklären müssen. Ich schreib dazu jetzt mal nichts mehr. Wenn die Polizei mit liest (und das tut sie) und tatsächlich noch Nachschulbedarf besteht (was ich allerdings nicht glaube), dann soll sie doch bitte selbst noch mal nachlesen. Ich stelle fest, dass es doch schon sehr blamabel ist, wenn sich ein Hauptkommissar in matialistisch anmutender Art und Weise (beim 2. Stopp) vor uns aufgebaut und dann so tut, als kenne er nicht einmal die Regeln der StVO.

Zum anderen kommt es indessen der rechtsstaatlichen Schmerzgrenze schon sehr nahe, ganz offensichtlich falsche Behauptungen aufzustellen: Die Critical Mass hat weder heute Abend, noch in der Vergangenheit, Einsatzfahrzeuge im Einsatz behindert! Das wird die CM auch in Zukunft nicht tun! Richtig ist, dass sich heute offenbar ein RTW (Rettungswagen) oder KTW (Krankentransportwagen) der Feuerwehr Ecke Rendsburger Landstraße/Wulfsbrook hinter dem Zug befand. Dieser hatte allerdings keine Sonderrechte geltend gemacht, das heißt Blaulicht und Warnsignale eingeschaltet. Somit stellt dieses Fahrzeug einen ganz normalen Verkehrsteilnehmer dar, welches keine Sonderrechte genießt und muss sich, wie alle anderen Verkehrsteilnehmer auch, wenn der Verkehr durch Staus, Baustellen oder eben die Critical Mass etwas langsamer läuft, in Geduld fassen. Diese Nummer war eine glatte 6, liebe Polizei!

Strategie der Kieler Polizei?

Nach meinen Erfahrungen regt sich hier der starke Verdacht, das hinter solch einem zweifelhaften Vorgehen System steckt. Dieses System nennt sich Einschüchterung (wie leider so oft). Nach der Zwiebeltaktik wird einfach mal etwas behauptet (bspw. dass wir angemeldet sein oder auf dem Radweg fahren müssten etc.), um uns einzuschüchtern und von der Fahrbahn runter zu kriegen. Wenn man den Beamten dann die gesetzliche Grundlage zu dem jeweiligen Punkt klarmacht und die Anordnung ad absurdum führt, kommt die nächste Stufe usw.

Es ist aber als sehr wahrscheinlich zu werten, dass die Polizei tatsächlich genau weiß (wenn nicht, wäre das wirklich sehr traurig), dass wir nichts machen, was nicht durch die StVO gedeckt wäre! Nicht einmal, dass der Verband gelegentlich auch mal mehr als eine Fahrspur benutzt, wäre eine Verletzung der Regeln, da sich einzelne Teilnehmer auch mal überholen müssen, was mit dem entsprechenden Sicherheitsabstand zu erfolgen hat.

Ich vermute, dass die Polizei lediglich genervt davon ist, dass sich ständig irgendwelche Testosteron-Hoschis in ihren klimakillenden Blechkisten, die sich durch uns in ihrer individuellen Freiheitsausübung blockiert fühlen, bei ihnen in der Leitstelle melden und ihnen die Ohren vollquaken. Leider scheint es nun aber so zu sein, dass die Kieler Beamten in der Leitstelle, anstatt diesen Hoschis mit zu teilen, dass dies, was sie dort gerade erleben, eine rechtlich nicht zu beanstandende Situation darstellt und sie locker bleiben sollen, sie lieber ihre blau/schwarzen Truppen losschicken, die uns offenbar wegmobben sollen. Und das eben leider auch mit offenkundig unkorrekten Anweisungen – das geht so schon mal gar nicht!

Wie soll(t)en wir reagieren?

Zunächst einmal: Auf gar keinen Fall einschüchtern lassen! Wenn meine Mutmaßung stimmt, dann soll nämlich genau dies durch eine solch suspekte Gangart erreicht werden (was sonst?). Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die Zwischenfälle jeglicher Art vermeiden wollen, sollen so von der CM vergrault werden. Dies wird der Polizei vermutlich auch bei einigen gelingen. Leider.

Unsere Reaktion darauf kann nur sein, dass wir wir erstens weiterhin cool bleiben und unser Ding machen. Wir sollten ihnen zeigen, dass wir uns nicht einschüchtern lassen – warum auch? Zeigen wir ihnen, dass wir keine kleinen Kinder sind, die man mit einer schwarzen Uniform und dem bösen Blick beeindrucken kann. Pfffff…! Und zweitens – das halte ich für besonders wichtig – dass wir wieder mehr Fahrerinnen und Fahrer auf die Fahrbahn kriegen!! Je mehr wir sind, umso absurder werden solcherlei merkwürdige Polizeiaktionen.

Deshalb mein Aufruf an alle: Bitte, bitte, bitte macht Werbung für die CM! Aktiviert eure Freundinnen und Bekannten nochmals und bittet sie eindringlich, diese großartige Aktion mit ihrer Teilnahme zu unterstützen! Holt sie von der Couch! Lasst uns jeder das nächste Mal 2-5 neue Fahrerinnen und Fahrer mitbringen. Überlegt bitte mal, wenn nur jeder von uns zwei weitere Teilnehmerinnen aktiviert (hätte), wären wir heute bereits 120 Leutchen gewesen! Das ist schon ne Hausnummer.

Vielleicht wäre es überdies hilfreich, wenn wir den Spieß auch einfach mal umdrehen. Was spräche denn dagegen, das wir, wenn mal wieder ein hormonell überversorgter dauerhupend hinter uns her fährt (Verstoß gegen StVO § 16 – Warnzeichen) oder rechtswidrig in den geschlossenen Verband einfährt, oder den Verband mit Gefährdung überholt, etc., nicht auch einfach mal zum Mobilphone greifen und 110 wählen? Und das am Besten gleich zu mehreren… Oder wir fotografieren solcherlei Aktionen und bringen diese zur Anzeige? Bisher haben wir darauf immer verzichtet. Diskutiert dies doch bitte mal untereinander, gern auch hier oder/und auf Facebook.

Eins ist mir persönlich noch wichtig: Wir müssen, auch wenn wir jeder für uns selbst fahren und verantwortlich sind, zusammenstehen! Wird einer durch die Polizei herausgegriffen, sollte der ganze Verband anhalten und sich auch gern mit Fragen einmischen. Habt bitte keine Sorge, es sind immer Fahrerinnen oder Fahrer im Verband dabei, die sich so gut mit der Rechtslage auskennen, um jegliche Konfrontation mit der Ordnungsmacht an forderster Position zu managen. Die Critical Mass ist durch die StVO gedeckt.

Die nächste Mass findet am 31. März statt. Diesmal bei bestimmt gutem Wetter und mit einer Teilnehmerzahl im dreistelligen Bereich. Das habt ihr nun davon.

Rückschau auf die Januar – Critical Mass

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Gut gemacht, Kieler Polizei!

2017. Die Januar – Critical Mass ist gefahren. Fein war diesmal das Wetter – zwar kalt mit etwa -2 C°, aber dafür absolut trocken. Mit dabei waren diesmal 40 Räder, gefahren von den Besten der Besten, welche diese Fahrradstadt hervorbringt.

Denn wer am Freitag Abend, bei diesen Temperaturen, für eine lebenswertere Stadt eintritt und Monat für Monat ein Zeichen setzt – auch wenn einige wenige Autofahrende dieses Zeichen vollkommen missverstehen, aber dazu gleich – der oder die verdient einfach nur Respekt. Ich wiederhole mich, aber das ist mir schnuppe: »Riesen Respekt vor allen Fahrerinnen und Fahrern!«

Knapp dran ist immer noch rechtzeitig genug

Die Atmosphäre war diesmal deutlich gelöster, da die Fahrerinnen und Fahrer nicht mit der ekligen Nässe der letzten beiden Fahrten konfrontiert wurden. Dabei sah es bis 5 Minuten nach 19 Uhr noch so aus, als könne die Fahrt dieses mal gar nicht stattfinden, da sich bis dahin nur 14 Leute versammelt haben und 15 Leute ja das Minimum darstellen. Nach dem Motto: »Knapp ist immer noch rechtzeitig genug«, kamen dann aber in den nächsten 10 Minuten doch noch 40 Fahrerinnen und Fahrer zusammen. Nun, vielleicht schaffen wir es das nächste mal ja ein wenig Nerven schonender. Persönlich hat mich übrigens sehr gefreut, dass auf einmal wie aus dem Boden gewachsen eine vierköpfige Familie aus meiner Nachbarschaft neben mir auftauchte und ihre erste Mass fuhr – großartig! Wir sollten alle versuchen noch mehr Werbung für uns zu machen, denn wer erinnert sich nicht voller Schwärmerei an die Fahrten im Frühjahr und Sommer mit über 300 Leuten?

Was lag so an?

Richten wir unseren Blick auf außergewöhnliches. Die Strecke wurde diesmal nach meinem Geschmack anfänglich und später noch einmal ein wenig zu sehr in die Peripherie verlegt, fand dann aber wieder in die Innenstadt zurück. Bei Dunkelheit ist es nach meinem dafürhalten einfach angenehmer auf den gut ausgeleuchteten Straßen der Innenstadt zu fahren. Zudem ist die Innenstadt belebter und so ist auch das Feedback, welches die Mass dort von den Menschen auf den Gehewegen erhält, deutlich zahlreicher. So auch gestern – freundliches Winken von Gehsteigen, aus vielen Autos und Bussen – man kennt uns halt und es ist allen klar, wofür wir einstehen und radeln. Die lebenswertere Stadt kommt auch ihnen zu gute.

Freilich war auch der Westring wieder mit im Programm. Ja, der Westring – immer wieder gern gefahren von uns allen, aber immer wieder auch Ort der durchgehenden Nerven einiger weniger Verkerskasper. Während sich alle hinter dem Verband herfahrenden Autofahrenden entweder an dem lustigen Zug erfreuten, oder ihn zumindest als gleichwertige Verkehrsteilnehmer akzeptierten, mussten natürlich wieder mal zwei oder drei Deppen ins Kindergartenalter zurückfallen: Mit Dauertonhupen verliehen diese Figuren ihrem infantilem Weltbild Ausdruck, dass nur klimakillende Kraftfahrzeuge das Recht hätten, öffentliche Fahrbahnen zu befahren. Diese Einzelwesen hatten vermutlich sogar Schaum vor dem Mund, denn sie hupten so lange, bis die rausfliegenden Sicherungen ihrer Blechbüchsen dem Ton ein Ende brachten und uns, sowie Anwohnenden die Ruhe zurück gaben. Endkrank.

Liebe Autofahrende mit Dauerhupe: Ja, es ist richtig – die Fahrbahnen des Westrings sind vierspurig angelegt. Aber, der Westring ist dennoch keine Autobahn, auch wenn ihr euch das in euren skurrilen Köpfen anders ausmalt! Der Westring bleibt eine Fahrbahn innerhalb einer geschlossener Ortschaft, mit einer erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h. Das bedeutet – und nun zum Mitschreiben für die Lernresitenten – dass unser Verband, da mehr als 15 Radfahrende zusammen gekommen sind, als ein Fahrzeug gilt und nach § 27 Abs. 1 der StVO die Fahrbahn benutzen darf, selbst wenn Fahrradwegebenutzungspflicht durch Zeichen 237, 240 oder 241 vorgegeben sein sollte. Ferner bedeutet dies ebenfalls, dass auch das letzte Fahrzeug im Verband eine inzwischen wieder auf rot umgesprungene Ampel überfahren darf, sofern das erste Fahrzeug im Verband diese Ampel noch bei Grün überfahren hat (der Verband ist halt ein Fahrzeug).

Also Freunde der Sonne – bleibt gefälligst auf dem Teppich und schämt euch lieber für eure Ignoranz! Wobei natürlich nicht jeder alles Wissen muss und kann – gar keine Frage. Aber wenn man schon ahnungslos ist, dann führt man sich nicht noch auf wie der letzte Depp und macht sich lächerlich.

Die Kieler Polizei

Das es auch anders geht, offenbarte uns ein junger Vertreter der Kieler Polizei vorbildlich. In der Holtenauer Straße, kurz vor dem Verlassen der Wik in Richtung Innenstadt, überholte uns ein Dienstfahrzeug der Polizei, um uns freundlich beim nächsten Ampelstopp, anzusprechen. Der sehr junge Polizist kannte offenbar die Critical Mass noch nicht und auch der zuvor erwähnte Abschnitt der StVO schien ihm im Augenblick nicht geläufig, da er uns bat, auf dem Radweg zu fahren. Kein Problem, denn wie gesagt – Supermänner sucht das Land vergebens, und auch ein Polizist kann nicht jeden Paragrafen kennen. Was wir alle aber an seiner Aktion durchweg super fanden, war die deeskalierende, freundliche Art und Weise, wie wir durch diesen Ordnungshüter angesprochen wurden! Dies ist nebenbei bemerkt nicht die erste positive Erfahrung mit der Kieler Polizei – so verdient man sich Respekt.

Nachdem ich dem jungen Kollegen (nein, ich selbst bin kein Polizist – »Kollege« im Gebrauch einfach nur im Sinne eines »freundlichen Mitmenschen«) kurz den Sachverhalt über die Critical Mass und die Rechtssituation schilderte und ich ihm bat, sich in der Leitstelle nach uns zu erkundigen, begleitete der Streifenwagen den Zug als letztes Fahrzeug des Zuges bis zum Ende der Fahrt. 🙂 Als ich kurz vor Schluss die Mass verließ, wurde mein freundliches Winken vom Beamten ebenso freundlich erwidert. Erstklassig.

Die nächste Mass findet am 24. Februar statt. Vielleicht ja mal bei Plusgraden.

 

Rückschau auf die Dezember – Critical Mass

Los ging es. Mit fast 50 Fahrerinnen und Fahrern ein Kieler-Dezember-Rekord.

Die Dezember – Critical Mass ist gefahren. Wie schon im Vormonat ging die Fahrt durch Schmuddelwetter. Dennoch ein Dezember-Rekord für Kiel: Waren es in den letzen beiden Jahren nur so um die 20, haben wir diesmal 47 Räder gezählt.

Einfach nur toll, wenn sich trotz dieser Bedingungen erneut so um die 50 People zusammenfinden, um ihrer Überzeugung Ausdruck zu verleihen. Riesen Respekt vor allen Fahrerinnen und Fahrern!! Die Fahrt ging diesmal wieder über die volle Zeit – erst gegen 21 Uhr kam der Zug wieder am Ausgangspunkt an.

Was lag so an?

Ok, kalt und dunkel war es – das wissen wir. Richten wir unseren Blick auf kurrioses. Bereits am Anfang der Tour, noch im Berliner Kreisel, sorgte eine Situation für breites Kopfschütteln. Ein Fahrlehrer (der Fahrschule, deren Schulfahrzeuge wie Rennwagen beklebt sind) wollte seinen Fahrschüler doch tatsächlich in den geschlossenen Verband (über die Busspur) einfädeln lassen. Nachdem er zu seinem eigenen Schutz gecorkt wurde, stieg dieser Fahrlehrer zudem noch aus und meinte (immerhin freundlich), das sein Fahrschüler wertvolle Zeit seiner Stunde verlöre… *Hüstel*, was bitte implementiert dieser Mensch in der Wahrnehmung seiner Schülerinnen und Schüler? Wenn wertvolle Zeit auf dem Spiel steht, sind Regeln der Straßenverkehrsordnung überfüssig? Bravo, ganz großes Kino. Übrigens, angesprochen auf § 27 Abs. 1 der StVO begegnete uns die große Ahnungslosigkeit. Schon ein skurriles Bild für eine Fahrschule.

Auffällig war diesmal, dass der Verband auffällig oft von Kraftfahrzeugen überholt wurde. Das geht prinzipiell in Ordnung, der Verband war bei rund 50 Teilnehmenden nicht sonderlich lang und wenn dies in entsprechender Geschwindigkeit mit entsprechenden Sicherheitsabständen geschieht – alles paletti. Die meisten Autos überholten uns auch genau so, nur gab es (natürlich) wieder einige testosterongestörte Vollpfosten, die im großen, bezinfressenen Monstern (hier Mercedes und Audi) mit durchdrehenden Rädern, Dauerhupen und besitmmt 80 Sachen den Zug überholten, um noch vor dem entgegenkommenden Bus wieder scharf vor dem Verband einscheren zu können. Bei Dunkelheit und feuchter Straße sind solche (Lenk)Manöver extrem gefährlich und offenbaren das intellektuelle Niveau (wo nur ist schon wieder die Lupe?) der Fahrer dieser Waffen mit Verbrennungsmotor. Ihnen gehört zum Schutze der Allgemeinheit ihre Lizenz (zum Töten) entzogen. Nebenbei wäre es auch mal ganz interessant, wo sowas den Führerschein macht… 😉

Zum Abschluss gabs noch einen Knaller in »rot und groß« – als der Verband gegen 21 Uhr zum Finish die Bergstaße hinabrollte, wurde dieser von einem gutbesetzten KVG-Bus (Linie 11) überholt, welcher dann vor dem Verband wieder ganz rechts auf die Busspur rüber zog… Joooooooh, da kam sicher Freude bei den Fahrgästen auf. In der Bergstraße gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h. Nun, vermutlich war der recht junge Busfahrer nur genervt, dass er noch arbeiten musste und nicht bei uns mitfahren konnte. Vielleicht klappts ja beim nächsten mal.

Die nächste Mass findet am 27. Januar statt. Winterzeit. Obs diesmal eine weiße Tour wird?

Rückschau auf die November – Critical Mass

November-Wetter: Die Handy-Cam war überfordert. Es war so nebelig und diesig, dass die Auto-Fokussierung während der Fahrt kläglich versagte.

Die November – Critical Mass ist gefahren. Wir hatten typisches November-Wetter mit allem Zubehör. Es war feucht, nebelig und kalt und die ersten Winter-Erkältungswellen rollen durchs Land. Entsprechend war die Teilnehmerzahl dieses mal überschaulicher, aber geschätzten 50-70 Fahrerinnen und Fahrern war all dies schnuppe und sie waren dabei.

Aufgrund des ungemütlichen Wetters fiel die zurückgelegte Stecke diesmal allerdings kürzer aus als sonst – der Verband, welcher sich zum Ende bereits gelichtet hatte, traf bereits gegen 20:30 Uhr wieder am Treffpunkt/Ausgangspunkt ein. Als einen Höhepunkt der Fahrt empfand ich den kurzen Halt des gesamten CM-Verbandes an der Ecke Walker Damm/Hopfenstraße, um die Demo der Antifa und feministischer Gruppen (sollte ich Gruppen übersehen haben, bitte ich um Entschuldigung) vor der AfD-Landesgeschäftsstelle gegen Rassismus, Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit mit unser Masse zu unterstützen. Bei der Demo war ne Menge Power, vieler kritischer Menschen, die nicht wegschauen, am Start – großartig! In diesem Zusammenhang soll auch an dieser Stelle auf die Antira-Soli-Party »You can`t evict Solidarity« – HipHop, Techno & more in der alten Meierei am Samstagabend hingewiesen werden.

Ansonsten war es ruhig und beschaulich. Ach ja – ein hinter dem Verband fahrender Kraftfahrzeuglenker musste mittels mehrminütigem Dauerhupen unbedingt zeigen, dass er den Längsten hat. Was nebenher bemerkt eine Ordnungswidrigkeit nach StVO § 16 darstellt, zeigt das Selbstverständnis einiger, die mit zuviel Testosteron umherwabern. Nun, das Tempo des Verbandes verlangsamte sich darauf hin sicherheitshalber etwas.

Wir freuen uns schon auf den 30. Dezember. Ein Tag vor Silvester lassen wir dann das Kieler Mass-Jahr ausklingen! Und, nächstes Mal haben alle Zeit! 🙂