Erklärfilm: Verkehr in der Stadt

Weshalb wir mit der Critical Mass jeden Monat die Stadt neu zurückerobern…

Einfache Bilder, einfache Fakten – Erklärfilm auch für den reaktionärsten und lernresistentesten Auto-Afi­ci­o­na­do.


Quelle: Umweltbundesamt

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Jede Menge dicke Luft

Die meisten von uns sind schon lange mehr als sauer – in den Städten gibt es zu viel Stickstoffdioxid. Durch diese Abgase sterben jedes Jahr tausende Menschen – die Verursacher aber bleiben desinteressiert und denken nicht einmal im Traum daran, ihre (auch für sie) schädlichen Gewohnheiten zu überdenken. Wo Vernunft nicht von alleine kommt, muss (leider) angeordnet werden. Doch die Politik bleibt tatenlos.

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Ein Stadtbummel zu zweit. Wunderbar.

Viele Stadtbewohner sind mit dem Rad unterwegs – anders als Pendler, die selbst im Grünen wohnen und einen guten Teil der Emissionen in den Städten verursachen. Wir auf dem Fahrrad müssen bei dem ganzen Spiel besonders viel Dreck einatmen – das ergaben Messungen von Greenpeace: Auf Radwegen wurden Stickstoffdioxid-Werte bis 500 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft (!) gemessen – der zulässige Grenzwert von 40 Mikrogramm wurde also um ein Vielfaches überschritten. Das ist stark gesundheitsgefährdend.

Stickstoffdioxid ist sehr giftig und wird in geringen Konzentrationen kaum wahrgenommen. Stickstoffdioxid macht krank. Eingeatmetes Stickstoffdioxid löst Kopfschmerzen und Schwindel aus, höhere Konzentrationen verursachen Atemnot und führen langfristig zu Lungenödemen. Wird Stickstoffdioxid in Konzentrationen von 40–100 µg/m3 über längere Zeit eingeatmet (wie in unseren Städten), kommt es zwangsläufig zu gesundheitlichen Schäden: Asthma und Bronchitis, das Herzinfarktrisiko wird erhöht und es steigert die Todesrate. All dies ist wissenschaftlich eindeutig belegt.

In Städten sind es vor allem Dieselfahrzeuge, die das giftige Gas ausstoßen. Besonders betroffen sind Kinder und ältere Menschen, die an viel befahrenen Durchfahrtsstraßen wohnen. Und als hätte man es geahnt – der EU-Grenzwert von 40 Mikrogramm ist darüber hinaus sowieso strittig: Die Weltgesundheitsorganisation forderte unlängst, ihn um die Hälfte zu senken, auf 20 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Für Deutschland geht die Europäische Umweltagentur (EEA) von rund 10.000 Todesfällen pro Jahr durch Stickstoffdioxide aus und nebenher führt all dies natürlich zu beträchtlichen ökonomischen Problemen durch hohe Kosten für medizinische Versorgung und Arbeitsausfälle.

Es muss etwas geschehen. Wir haben die Lungen und die Schnauze voll. Was bringen uns die schönsten Radwege, wenn neben uns munter und ohne Scham weiter vergast wird? Die Ignoranz des Autfahrenden kann zum Hassobjekt werden. »Langfristig ist es wichtig, dem Autoverkehr Platz wegzunehmen«, sagt BUND-Verkehrsexperte Hilgenberg. »Sowohl auf der Fahrbahn als auch bei den Parkplätzen.« Nur dann werde sich etwas ändern, wenn das Autofahren unbequemer wird als das Benutzen von Bus, Bahn, E-Bike oder natürlich das Fahrrad.

Nur, dazu braucht die Politik auch einen Arsch in der Hose.

Quelle: freitag.de