Rückschau auf die Juli – Critical Mass

Die Juli – Critical Mass ist gelaufen. Etwa 170 – 200 Fahrerinnen und Fahrer (geschätzt) lebten gemeinsam die lebenswerte Stadt. Wie immer von Jung bis Alt.

Jede Mass ist anders, auch von der Atmosphäre. Im Juli empfand ich es ruhiger, als die Male davor – aber das ist natürlich subjektiv. Allerdings war auch überhaupt weniger los auf den Gehwegen der Innenstadt – Urlaubszeit? Und wie waren die autofahrenden Verkehrsteilnehmer so drauf? Auch diesmal glitten sie im Großen und Ganzen entspannt hinter dem Zug her und waren überwältigt von dem Eindruck der Vernunft: So viele mobile Menschen, die dabei nur so wenig Raum einnehmen (man stelle sich diese Anzahl von Menschen in Fahrzeugen vor, in denen zu 80% nur eine Person sitzt). Einen ganz besonderen Fan hatten wir: Einen älteren, getunten 5er BMW, welcher uns vom Berliner Platz bis fast nach Projensdorf begleitete – sei Willkommen das nächste mal mit dem Bike, mein Lieber!

Leider ein Sturz

Einen Unfall gab es. Einer der jüngeren Fahrer ist ohne Fremdverschulden gestürzt und hat sich dabei an der Stirn mit einer leichten Platzwunde verletzt. Wir hoffen alle, dass es dir gut geht – wenn du das hier lesen solltest, gib doch mal eine kurze Rückmeldung über die Kommentar-Funktion!

Polizei kam zum Zug

Zum Ende der Mass gesellte sich noch ein Einsatzfahrzeug der Kieler Polizei hinzu. Sie fuhren hinten am Zug mit eingeschalteten Blaulicht. Was sicher gut gemeint ist und möglicherweise den ein oder anderen ungeduldigen Verkehsteilnehmer hinter dem Zug die notwendige Entschleunigung eher aufbringen lässt, hat aber auch eine negative Seite, welche die Verantwortlichen der Polizei doch bitte einmal überdenken mögen: Die Anwesenheit von Polizei mit absichernden Charakter nach hinten verleiht der Mass nämlich so etwas wie einen Sonderstatus, den sie gar nicht hat und auch nicht will. Ähnlich einer Demonstration oder ähnlichem. Aber das ist die Mass ja überhaupt nicht, denn die Mass ist absolut legal und eben KEINE Demonstration. Wir nutzen lediglich das Recht, welches uns §27 Abs. 1 der StVO einräumt, als zusammenhängender Verband, als ein Fahrzeug, nebeneinander auf der Straße zu fahren. Mehr nicht.

Wir wissen nicht, warum die Polizei unterstützend erschien – ob sie uns selbst auf Streifenfahrt bemerkten, der Leitstelle meldeten und von dort den Einsatzbefehl der Absicherung des Verbandes bekamen, oder ob verwirrte Autofahrende der Leitstelle Fahrradfahrende auf der Straße meldeten. War es letzteres, dann wäre es doch eigentlich sinnvoller, den verdutzen Fahrzeugführenden mitzuteilen, dass das herrliche Schauspiel, welches sie als Zeuge begleiten dürfen, eine vollkommen legale Angelegenheit ist. Und nebenbei kann die Polizei einen solchen Vorgang auch dazu nutzen, um den Autofahrenden auf sein/ihr Theoriedefizit bzgl. der Kenntnisse der StVO hinzuweisen.

Wie auch immer – die Mass bedarf prinzipiell keiner Polizeibegleitung, auch wenn es nett gemeint ist und sich die Polizei sehr diskret und zuvorkommend zeigte. Der Punkt ist, dass Autofahrende einfach lernen müssen, dass sie nicht das Recht auf Straße gepachtet haben! Auch wenn ihnen dies Automobilindustrie und Werbung von der »freien Fahrt für freie Bürger« stetig suggeriert und in die Birne gekloppt haben. Bürgerinnen und Bürger sind wir aber eben auch – und wir sind darüber hinaus zudem die Klügeren, da wir nachhaltig und umweltbewusst handeln!

Kommentare sind immer gern gesehen und wer möchte kann gern Fotos schicken (oder an/auf die Facebook-Site).

Rückschau auf die »Kieler Woche – Critical Mass«

Die »Kieler Woche – Critical Mass« ist vorbei. Rund 170 Fahrerinnen und Fahrer (vorerst ohne Gewähr) lebten erneut gemeinsam eine lebenswerte Stadt – vom Kind bis ins reife Alter waren wieder alle mit dabei.

Der Treffpunkt wurde diesmal »Kieler Woche bedingt« etwas mehr auf die andere Seite verlegt (Richtung ehemaliges C&A-Gebäude), aber wir waren nicht zu übersehen und alle fanden sich. Die Fahrt begann heute pünktlich um 19:15 Uhr – hurra! Alle kamen mit. Sie führte über das Sophienblatt, entlang der Hamburger Chaussee, Winterbeker Weg und schließlich auf den Westring. Der fröhliche Zug bog in die Olshausenstraße bis zur und auf die Holtenauer Straße, um dann in der Wik über die Prinz-Heinrich-Straße zur Kiel-Linie zu gelangen. Hier setzte ein warmer Sommerregen ein, den eigentlich alle, wie die Fahrt an der Förde und ab dem Düsternbroker Weg, Wall und Kaistraße die Vorbeifahrt an den Kieler Woche – Festivitäten, sehr genossen.

Von Seiten der Kieler Woche – Gäste kamen durchweg positive Reaktionen für den Zug: Gegenseitig spielten wir uns die Bälle zu – Winken und viele Daumen zeigten für die Mass nach oben und wir gaben dies gern zurück. Wer weiß – vielleicht fahren sie das nächste Mal ja schon mit. Und die autofahrenden Verkehrsteilnehmer? Im Großen und Ganzen glitten sie entspannt hinter dem Zug her und erfreuten sich an dem wundervollen Schauspiel so vieler beschwingter und vergnügter, fahrradfahrender Menschen. Vereinzelnd schien aber die Kieler Woche doch etwas den Stresspegel gehoben zu haben – so durften am Ende der Mass mitfahrende von einem älteren Pärchen aus einem Golf mit aufgeklebter Deutschlandfahne erfahren, dass »sowas wie wir unter Adolf vergast worden wäre«. 😀 Solche Dinosaurier gibt es tatsächlich noch, aber es sind erfreulicherweise Einzelfälle und sorgen nur für eines: Kopfschüttelnde Lacher und freundliche Winker.

Zusammenfassend hatten wohl alle Teilnehmer der Kieler Mass – trotz einsetzender Nässe -, die meisten Autofahrenden und die allermeisten Fußgänger und Passantinnen eine fröhliche und schöne Zeit heute Abend. Die Zustimmung ist eindeutig zu spüren!

Kommentare sind immer gern gesehen und wer möchte kann gern Fotos schicken (oder an/auf die Facebook-Site). Hier erste Fotos: